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Projekt »Primus 2028«
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Apobank will die Angestellten gewinnen

Die Finanzierung von Existenzgründungen gehört schon lange zum Kerngeschäft der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (Apobank). Jetzt soll auch das Geschäft mit angestellten Heilberuflern ausgebaut werden. Die PZ sprach mit Apobank-Chef Matthias Schellenberg über das Projekt »Primus 2028«.
AutorAlexander Müller
Datum 28.01.2026  13:00 Uhr

Als Schellenberg im März 2022 Vorstandsvorsitzender der Apobank wurde, stand die Genossenschaftsbank vor großen Herausforderungen: Es gab große Schwierigkeiten bei der IT-Modernisierung, insbesondere bei der Einführung neuer Kernbanksysteme, die Ergebnisse waren unter Druck, die Belegschaft in einer Phase des Umbruchs verunsichert.

Die damals selbst verordnete »Agenda 2025« ist jetzt abgeschlossen und war laut CEO Schellenberg erfolgreich. Mehr als 100 Einzelprojekte seien umgesetzt worden, Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit signifikant gestiegen. Zu den wichtigen Prozessen zählten das Onlinebanking und der Launch der neuen App im März 2025.

Jetzt geht die Apobank ihr neues Projekt »Primus 2028« an. »Wir wollen für alle Heilberufe der Ansprechpartner in allen Finanzfragen sein«, so Schellenberg zur PZ. Bei den Selbstständigen will die Apobank ihre Marktführerschaft von derzeit rund 50 Prozent Marktanteil weiter ausbauen, gleichzeitig soll die wachsende Gruppe angestellter Heilberuflerinnen und Heilberufler mehr in den Fokus genommen werden. Im ärztlichen Bereich ist deren Anteil traditionell größer, doch bei den Apotheken mit einer sinkenden Zahl immer größerer Betriebe ist diese Tendenz zu erkennen.

Beratungscenter Private Banking

Gerade für die Jüngeren setzt die Apobank auf Online-Angebote: »Dazu haben wir nicht nur eine zentrale Einheit für Studierende geschaffen, sondern darüber hinaus einen Bereich, der sich stärker auf die digitale Betreuung konzentriert – das Beratungscenter Private Banking«, erklärt Schellenberg. Bis zum Ende des Programms Primus 2028 will die Apobank in der Lage sein, jedes Jahr 10.000 neue Nichtselbstständige als Kunden aufzunehmen. Aktuell liegt die Apobank bei rund 5000 pro Jahr.

Die regionale Verankerung bleibt aber laut Schellenberg wichtiges Element, die Filialstruktur soll erhalten bleiben. Denn auch wenn die Nachfrage nach Online-Angeboten wächst: Der klassische Filialbesuch bleibt in ausgesuchten Situationen immer noch wichtig, sei es bei großen Investitionen oder anderen wichtigen Vermögensthemen.

Die Angst vor den großen Summen nehmen

Aktuell hat die Apobank laut Schellenberg bei den Angestellten einen Marktanteil von gut 20 Prozent. »Hier sehen wir deutliches Potenzial«, so Schellenberg. Die Existenzgründung kann dabei auch immer das Ziel sein. Absolventen eines naturwissenschaftlichen Studiums müsse man auch »die Angst vor den großen Summen nehmen«, da sich die Selbstständigkeit noch immer ertragsmäßig rechne.

Ein gewisses betriebswirtschaftliches Rüstzeug ist gerade bei der Übernahme eines größeren Betriebs wichtig. Die Apobank will die angehenden Inhaberinnen und Inhaber dabei bestmöglich unterstützen. »Wir führen sehr intensive persönliche Gespräche mit denjenigen, die übernehmen wollen – zum Hintergrund, zur Motivation und zum Verständnis der individuellen Herausforderungen für die Apotheke«, so Schellenberg.

20 Milliarden Euro Depotvolumen als Ziel

Das zweite große Feld, auf das sich die Apobank stürzen will, ist das Thema Vermögen und Altersvorsorge. In den vergangenen drei Jahren hat die Apobank das für Kunden betreute Vermögen bereits von 11 auf 16 Milliarden Euro gesteigert. Bis 2030 soll das Depotvolumen auf 20 Milliarden Euro steigen.

Bei den Firmenkunden sieht Schellenberg gerade im Krankenhaussektor noch viel Potenzial, denn hier gebe es einen riesigen Investitionsstau. Auch im ambulanten Sektor geht die Tendenz zu größeren Strukturen. »An allen diesen Stellen ist die Apobank sicherlich vom Know-how und auch von der Größe ein gefragter Ansprechpartner«, ist Schellenberg überzeugt.

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