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Europa

Antibiotikaverbrauch bei Tieren auf Tiefpunkt

In Europa sind die Verkaufszahlen von Veterinär-Antibiotika von 2011 bis 2021 deutlich zurückgegangen und haben den niedrigsten jemals erfassten Wert erreicht. Das meldet die EMA mit Verweis auf den zwölften Jahresbericht der European Surveillance of Veterinary Antimicrobial Consumption (ESVAC).
Carolin Lang
18.11.2022  12:00 Uhr

Der Verbrauch von Antibiotika bei Tieren hat laut EMA im Jahr 2021 den bisher niedrigsten Punkt erreicht: Gemäß der Daten aus 25 europäischen Ländern ist der Verkauf seit 2011 um 47 Prozent zurückgegangen. Auch der Verkauf von Antibiotikaklassen, die für die Humanmedizin als besonders wichtig gelten, habe deutlich abgenommen, teilt die EMA weiter mit. Im Jahr 2021 habe er demnach nur noch 5,5 Prozent des Gesamtverkaufs ausgemacht. So sei der Verkauf von Cephalosporinen der dritten und vierten Generation um 38 Prozent, von Polymyxinen um 80 Prozent und von Fluorchinolonen um 14 Prozent gesunken.

»Die positiven Ergebnisse spiegeln die Bemühungen von Tierärzten, Landwirten und der Pharmaindustrie wider, den Einsatz von Antibiotika zu reduzieren, um Antibiotikaresistenzen vorzubeugen. Sie zeigen auch, dass die politischen Initiativen der Europäischen Union (EU) und die nationalen Kampagnen zur Förderung des umsichtigen Einsatzes von Antibiotika bei Tieren positive Auswirkungen haben«, sagte Dr. Ivo Claassen, Leiter der Abteilung Tierarzneimittel der EMA .

Laut EMA enthält der Bericht auch erstmals Informationen dazu, wie es um die sogenannte Farm to Fork-Strategie der Europäischen Kommission steht, die vorsieht, den Verbrauch antimikrobieller Mittel für Nutztiere und Aquakulturen in der Europäischen Union bis zum Jahr 2030 um 50 Prozent zu reduzieren. Zwischen 2018 und 2021 haben die 27 EU-Mitgliedstaaten den Verbrauch demnach um 18 Prozent reduziert, somit sei etwa ein Drittel des für 2030 gesetzten Ziels erreicht.

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