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Aussprache im EU-Parlament
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Antibiotika-Voucher sorgen weiter für Unmut

Es kommt wieder Bewegung ins Thema EU-Pharmapaket. Während einer Aussprache im Gesundheitsausschuss des Europäischen Parlaments kamen in dieser Woche die Knackpunkte der geplanten Reform noch einmal auf den Tisch. Vor allem das geplante Anreizsystem für die Antibiotika-Entwicklung ist vielen Mitgliedstaaten weiterhin ein Dorn im Auge.
AutorKontaktJennifer Evans
Datum 21.09.2023  17:00 Uhr

Gegenvorschlag fehlt

Als eine zentrale Voraussetzung für einen gleichberechtigten Zugang zu Arzneimitteln für alle EU-Bürger hält Polen eine Harmonisierung der Rechtsvorschiften der EU-Staaten für nötig. Mit Blick auf die Arzneimittelsicherheit ist aus polnischer Perspektive unbedingt zu bedenken, dass nicht alle Wirkstoffe aus der EU stammen. Mehr Forschungsanreize für Medikamente gegen seltene Erkrankungen ist eines der Anliegen aus Bulgarien.

Peter Liese, gesundheitspolitischer Sprecher der Christdemokraten im Europäischen Parlament (EVP), nahm die EU-Kommission in puncto Voucher-Lösung ein Stück weit in Schutz und forderte – statt permanenter Kritik – einen Gegenvorschlag. Für ihn ist es vor allem wichtig, die Produktion in Europa für die Industrie wieder attraktiver zu gestalten.

Nach der Debatte hatte auch die EU-Kommission Gelegenheit, auf die Kritik zu reagieren, und verteidigte unter anderem die Voucher-Lösung, für die schließlich sehr strenge Bedingungen gelten würden. Derzeit ist eine Obergrenze von zehn Gutscheinen für einen Zeitraum von 15 Jahren vorgesehen. Was die verkürzten Zulassungsfristen angeht, will die EU-Kommission nach eigenen Angaben keinesfalls Abstriche in Sachen Sicherheit machen. Und den hohen ungedeckten Bedarf für Behandlungen seltener Erkrankungen wolle man gezielt angehen, so das Versprechen.

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