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Empfehlung wegen Covid-19

Anstieg der Impfungen gegen Pneumokokken

Gesetzlich Versicherte haben sich in der Coronavirus-Pandemie verstärkt gegen Pneumokokken impfen lassen und folgen damit der Empfehlung des Bundesgesundheitsministeriums. Das meldet das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung mit Berufung auf aktuelle Verordnungszahlen.
PZ
30.05.2020  13:00 Uhr

Am 9. März 2020 rief Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Menschen ab 60 Jahren auf, sich gegen Pneumokokken impfen zu lassen, um sich angesichts der Covid-19-Pandemie vor möglichen anderen Lungenproblematiken zu schützen. Bereits einen Tag später schnellten die Verordnungszahlen für den Impfstoff drastisch nach oben, berichtet das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi). Dies belegten aktuelle Auswertungen der Arzneiverordnungsdaten für die Monate Januar bis März 2020.

Im März wurden im Vergleich zum März 2018 und 2019 mehr als viermal so viele Impfdosen verordnet und in Apotheken abgegeben. Da dem Zi aktuell nur die bis Ende März durch Apotheken abgerechnete Impfdosen vorliegen, könne sich der Faktor durch Nachmeldungen noch erhöhen, so das Zi. 

Die hohe Nachfrage hat Folgen: Aktuell werden alle für Erwachsene zugelassenen Pneumokokken-Impfstoffe, Pneumovax®23 und Prevenar®13 beim Paul-Ehrlich-Institut als eingeschränkt verfügbar geführt. Deshalb hat die beim Robert-Koch-Institut ansässige Ständige Impfkommission (STIKO) ihre Empfehlungen zur Pneumokokken-Impfung angepasst. Aufgrund der eingeschränkten Lieferfähigkeit der Pneumokokken-Impfstoffe seien bevorzugt Patienten mit geschwächtem Immunsystem zu impfen sowie Senioren ab dem Alter von 70 Jahren und Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen.

Impfungen gegen Pneumokokken wirken zwar nicht gegen das Coronavirus selbst. Doch sie könnten verhindern, dass eine Covid-19-Erkrankung durch eine bakterielle Lungenentzündung oder Grippe einen gefährlicheren Verlauf nimmt.

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