Pharmazeutische Zeitung online
Klinische Pharmazie

Angebote der Unis variieren stark

Klinische Pharmazie gewinnt im Arbeitsalltag der Apotheker zunehmend an Bedeutung. Dennoch haben noch immer nicht alle Universitäten eine eigene Professur für das Fach eingerichtet.
Christina Müller
19.03.2020  12:52 Uhr
Datenschutz bei der PZ

An vier der 22 deutschen Standorte für Pharmazie existiert nach aktuellem Stand noch keine eigene Professur für Klinische Pharmazie. Das ist ein Ergebnis des sogenannten KliPha-Checkup 2019 des Bundesverbands der Pharmaziestudierenden in Deutschland (BPhD).

Seit 2009 erkundigen sich die Studentenvertreter alle fünf Jahre bei den Fachschaften der 22 Pharmaziestandorte in Deutschland, wie es derzeit um das Fach Klinische Pharmazie bestellt ist. Sowohl in den Jahren 2009 und 2014 als auch im Zuge der aktuellen Erhebung antworteten 20 Fachschaften auf die Anfrage des BPhD. Den Rückmeldungen zufolge gibt es hierzulande mit Heidelberg und Jena noch immer zwei Pharmazie-Unis, die keine eigene Professur für Klinische Pharmazie vorweisen können. München hat eine entsprechende Lehrstelle sogar wieder abgeschafft. In Regensburg sei eine Professur in Planung – allerdings schon seit 2014.

Was die Zufriedenheit der Studierenden betrifft, lässt sich kein eindeutiger Trend feststellen. Bewerteten im Jahr 2009 noch 35 Prozent der Fachschaften das Angebot in Klinischer Pharmazie an ihrem Standort mit der Schulnote eins, waren es 2014 lediglich noch 25 Prozent. In der aktuellen Umfage verteilten nur noch 15 Prozent von ihnen die Bestnote. Gleichzeitig sank der Anteil der negativen Beurteilungen (Schulnote vier oder fünf) von 20 Prozent im Jahr 2009 auf 15 Prozent im Jahr 2014 und letztlich auf 5 Prozent im aktuellen Berichtsjahr.

Die Lehrinhalte bewerten die Studierenden heute deutlich positiver als noch 2009: Vor allem die Themen Pharmakovigilanz, Medikationsanalyse, Pharmakogenetik, therapeutisches Drugmonitoring und Inkompatibilitäten haben demnach an Bedeutung gewonnen – sehr zur Freude der angehenden Apotheker. Ein ausgeprägtes Defizit sehen sie dagegen im Bereich Literaturrecherche. Sieben Fachschaften mehr als noch vor zehn Jahren gaben an, das Thema käme im Studium zu kurz.

Besonders wichtig erscheinen den Pharmaziestudenten Informationen zu Arzneimittelwechselwirkungen, Kommunikation zwischen Apotheker und Patient und Medikationsanalyse. Alle Fachschaften gaben an, diese Felder als wichtig oder sehr wichtig anzusehen. Das gilt auch für Medikationsfehler, Dosisanpassung, die Kommunikation zwischen Arzt und Apotheker sowie die pharmazeutische Betreuung spezieller Patientengruppen wie Menschen mit Diabetes mellitus oder Asthma bronchiale. Auf den hinteren drei Plätzen rangieren die Themen alternative Heilmethoden, bildgebende Verfahren und Zytostatikaherstellung.

Mehr von Avoxa