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Dienstleistungen

Amerikaner schätzen ihre Apotheken immer mehr

Gesundheitsdienstleitungen aus der Apotheke stärken die Kundenbindung. Auch eine individuelle App hat sich in einer US-Studie als Pluspunkt für eine stationäre Apotheke erwiesen.
Jennifer Evans
08.08.2022  09:00 Uhr

In der Corona-Zeit haben sich die US-Amerikaner an den Gedanken gewöhnt, Gesundheitsdienstleistungen in ihrer Apotheke vor Ort zu bekommen. Und zeigten sich sogar sehr zufrieden mit den neuen Angeboten, wie die Ergebnisse der J.D. Power 2022 U.S. Pharmacy Study belegen. Das weltweit tätige Beratungs- und Datenanalyse-Unternehmen nutzt unter anderem Big Data und Künstliche Intelligenz (KI), um Verbraucherverhalten besser zu verstehen.

Inzwischen haben die US-Apotheken insgesamt mehr als 258 Millionen Dosen Covid-19-Impfstoff verabreicht und impfen jede Saison rund 40 Millionen Menschen gegen Grippe. Diese Entwicklung hin zu Gesundheits- und Wellnessdienstleistern könnte für die Apotheker laut der Studie der Schlüssel zur Zukunft sein, um gegen die wachsende Bedrohung der Online-Händler zu kämpfen. »Kunden beginnen, ihre Vor-Ort-Apotheke als Drehscheibe für ein breites Spektrum an routinemäßigen Gesundheits- und Wellnessdiensten zu nutzen«, so Christopher Lis, der bei J.D. Power für den Bereich Global Healthcare Intelligence zuständig ist, zu »Drug Store News«. Die größte Chance für die stationären Apotheken sieht er darin, dass sie sich als ein »One-Stop-Shop für die routinemäßige Versorgung« etablieren und zudem Digitalisierung nutzen, um ein »zunehmend personalisiertes Kundenerlebnis« zu schaffen.

Apotheker als Hör- und Seh-Berater

Die Untersuchung hat gezeigt, dass Apothekenkunden sich insbesondere für Dienstleistungen rund ums Sehen und Hören (33 Prozent) sowie routinemäßige Labortests (27 Prozent) interessieren. Spannend ist auch, dass von den Befragten, die bereits Leistungen in ihrer Apotheke vor Ort wahrgenommen haben, 52 Prozent ihre Apotheke nicht wechseln würden. Von den Kunden jedoch, die noch keine Leistungen in Anspruch genommen haben, würden hingegen nur 45 Prozent ihrer Apotheke vor Ort treu bleiben.

Vor allem individuelle Apps sollten die Apotheken als Mittel zur Kundenbindung nicht unterschätzen. Die Schlacht um die Rezepte findet nämlich laut dem Analyse-Unternehmen genau dort statt. Offizin-Kunden, die eine App ihrer Apotheke haben, nutzen diese für Wiederholungsrezepte (59 Prozent) oder um Rezepte anzusehen (57 Prozent). Die häufigen App-Nutzer gaben demnach auch seltener an, ihre Apotheke wechseln zu wollen.

An der US-Studie haben zwischen September 2021 und Mai 2022 mehr als 12.000 Apothekenkunden teilgenommen, die innerhalb der vorangegangenen zwölf Monte mindestens ein Rezept eingelöst hatten.

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