| Ev Tebroke |
| 16.03.2026 10:00 Uhr |
Für Donner ist klar: Veränderung verlangt mehr Engagement und Einsatz als Festhalten an Bewährten, sei aber viel spannender. »Und sie ist auch alternativlos. Denn so wie wir jetzt arbeiten, werden wir in zehn Jahren nicht mehr arbeiten«. Auch in Zukunft werde sicherlich das Arzneimittel im Mittelpunkt der apothekerlichen Arbeit stehen, so der Kammerpräsident. »Aber all die angedachten neuen Leistungen und Veränderungen werden künftig einen erheblichen Teil unseres Arbeitsalltags bestimmen.« Für den Moment bleibe die Fixumserhöhung aber das wichtigste Thema, schloss Donner seinen Bericht.
Kammervizepräsident Daniel Mädler informierte im Anschluss über den geplanten Protesttag am 23. März, den die ABDA ausgerufen hat. Mädler berichtete von dem Zuspruch der Politik zu den Protesten, die bei der Podiumsdiskussion bei der ABDA-Mitgliederversammlung in Berlin geäußert wurden. Sowohl gesundheitspolitische Sprecherin der Union, Simone Borchardt (CDU) als auch der SPD-Gesundheitspolitiker Matthias Mieves hatten großes Verständnis dafür gezeigt, dass die Apothekerschaft auf die Straße geht. Auch von Länderseite gibt es deutliche Unterstützung für die Proteste. »Politik hört auf das, wo es laut ist«, so der Kammervizepräsident. Er appellierte an die Delegierten, an dem Protest teilzunehmen.
Bei der Diskussion des Berichts ging es dann vor allem auch um das Thema PTA-Weiterbildung und -qualifikation. Es sei wichtig, der Berufsgruppe mehr Verantwortung und attraktive Zukunftsperspektiven zu bieten. Die Fixum-Erhöhung sei das eine, das andere sei es, den Job der PTA voranzubringen. Hier gelte es Lösungen zu finden.
SLAK-Vizepräsidentin Maike Fedders, Vorstandsmitglied der Bundesapothekerkammer(BAK), betonte, auch die BAK arbeite bereits im Hintergrund zum Thema PTA-Weiterbildung. Sebastian Michael, Vizevorstand des Sächsischen Apothekerverbands (SAV), plädierte dafür, dass die Sächsische Apothekerschaft »antizipiert, was kommt«. Davon ausgehend, dass die Reform womöglich die ungeliebte PTA-Regelung bringt, gehe es um die Frage, wie man damit umgeht.
Er regte an, dies jetzt konstruktiv zu überlegen. Man könne schauen, wie andere Freiberufler das Thema Vertretung lösen. Stichwort hier: »Delegation«. Man sollte Ideen und Impulse sammeln. Es sei notwendig, der Politik eine Alternative zu der für die Apothekerschaft inakzeptable PTA-Vertretungsregelung aufzuzeigen.
Per Abstimmung beauftragte die Kammerversammlung im Anschluss den Vorstand, eine Arbeitsgruppe zu initiieren, mit dem Ziel der Weiterqualifizierung der PTA.
Was die Honorierung betrifft, so bekräftigte auch der SAV-Vorsitzende Thomas Dittrich, die Einschätzung des Kammerpräsidenten, dass die Arzneimittelpreisverordnung neue Impulse bekommen wird. »Wir müssen Honorierung anders denken«, so Dittrich, der auch Vorsitzender der Honorierungskommission des Deutschen Apothekerverbands (DAV) ist. Das Thema Fixum werde dabei natürlich immer mitgedacht, versicherte er. Aber, so Dittrich: »Wir werden viel zu sehr für Krankheiten bezahlt und nicht dafür, dass Menschen erst gar nicht krank werden.«