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Duftrezeptoren
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Als ob die Nieren Nasen wären

Natürlich können die Nieren nicht riechen. Aber auch sie verfügen über bestimmte Rezeptoren, mit denen in der Nase Düfte wahrgenommen werden. Diese olfaktorischen Rezeptoren regulieren unter anderem den Blutdruck – bei Frauen anders als bei Männern.
AutorKontaktAnnette Rößler
Datum 28.11.2025  15:17 Uhr

Olfaktorische Rezeptoren (OR) sind G-Protein-gekoppelte Rezeptoren, über die der Mensch Düfte wahrnimmt. Sie kommen allerdings bei Weitem nicht nur im Riechepithel der Nase vor. Auch in anderen Geweben dienen OR der Signaltransduktion, etwa in den Bronchien, im Herzen, in den Haarfollikeln und in Spermien. Mit einer aktuellen Pressemitteilung richtet die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) nun die Aufmerksamkeit auf OR in der Niere.

Die Fachgesellschaft verweist auf eine Übersichtsarbeit, die Anfang des Jahres im Fachjournal »Nature Reviews Nephrology« erschienen ist. Darin berichtete ein Team um Dr. Jiaojiao Xu von der Johns Hopkins University in Baltimore, dass in der Niere mehrere OR vorkommen, unter anderem OR51E1 und OR51E2 in afferenten Arteriolen sowie OLFR1393 im proximalen Tubulus. Diese Rezeptoren seien an der Regulation des Blutdrucks und des Blutzuckers beteiligt und eigneten sich prinzipiell als Targets für Arzneistoffe, so die Autoren.

Geschlechtsabhängiger Effekt

OR51E1 scheint dabei den Blutdruck bei Frauen und Männern gegensätzlich zu beeinflussen. Vor der Menopause haben Frauen generell niedrigere diastolische Blutdruckwerte als Männer. Dieser Unterschied verschwindet jedoch bei Menschen mit einer seltenen Genvariante, die den OR51E1 funktionell ausschaltet: Frauen mit dieser Genvariante haben einen erhöhten diastolischen Blutdruck, Männer einen verringerten, sodass sich die Geschlechter angleichen (»Science Advances« 2024, DOI: 10.1126/sciadv.adk1487).

»Das ist eine bemerkenswerte Entdeckung, der Blutdruckunterschiede zwischen den Geschlechtern erklären kann,« sagt DGfN-Pressesprecherin Professorin Dr. Sylvia Stracke von der Universitätsmedizin Greifswald. »Das eröffnet neue Wege in der Forschung und zu geschlechtssensiblen Therapien.«

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