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Duftrezeptoren
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Als ob die Nieren Nasen wären

Natürlich können die Nieren nicht riechen. Aber auch sie verfügen über bestimmte Rezeptoren, mit denen in der Nase Düfte wahrgenommen werden. Diese olfaktorischen Rezeptoren regulieren unter anderem den Blutdruck – bei Frauen anders als bei Männern.
AutorKontaktAnnette Rößler
Datum 28.11.2025  15:17 Uhr
Wie sich das Darmmikrobiom auf die Niere auswirkt

Wie sich das Darmmikrobiom auf die Niere auswirkt

Auch der Rezeptor OR51E2 bietet neue Forschungsansätze. Er wird laut der Übersichtsarbeit vor allem von kurzkettigen Fettsäuren (Short Chain Fatty Acids, SCFA) stimuliert, die Darmbakterien bei der Verdauung von Ballaststoffen bilden. Seine Aktivierung steigert die Freisetzung von Renin, das als Bestandteil des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS) ein Schlüsselenzym der Blutdruckregulation darstellt. Damit entstehe eine direkte Verbindung zwischen Darmbakterien und Blutdruckregulation, schreibt die DGfN und Stracke verdeutlicht: »Zum ersten Mal sehen wir einen Mechanismus, bei dem Darmbakterien über chemische Signale in der Niere den Blutdruck beeinflussen können.«

Eine Funktion, die Pharmazeuten aus dem Pharmakologiekurs kennen, hat schließlich auch der Rezeptor OLFR1393: Er moduliert renale natriumabhängige Glucosetransporter (Sodium-Glucose Cotransporter, SGLT). Bekanntlich senken Hemmstoffe des SGLT-2 wie Dapagliflozin (Forxiga®) oder Empagliflozin (Jardiance®) den Blutzuckerspiegel und wirken kardio- sowie nephroprotektiv.

Laut der DGfN sind diese drei nicht die einzigen Duftrezeptoren in der Niere; in dem Organ seien mittlerweile mehr als 100 OR nachgewiesen. Viele davon seien funktionell noch unerforscht. Die Fachgesellschaft fordert daher ein Deutsches Zentrum für Nierengesundheit, um diese Forschung strategisch voranzubringen.

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