Die Konservierung der Mumie, die einerseits ausgetrocknet, andererseits durch den Gletscher feucht gehalten worden war, war nach dem Fund zur wichtigsten Herausforderung geworden. Der Anatom Othmar Gaber aus Innsbruck entwickelte für Ötzi ein Mehrschichten-System: Er ließ ihn in ein steriles OP-Tuch einwickeln, viel Eis dazugeben, dann kam eine Plastikfolie, noch mehr Eis und eine Raumtemperatur von minus 6 Grad – wie im Gletscher.
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Die Konservierung könnte der Studie zufolge bestimmte Mikroorganismen begünstigt haben: Drei der vier entdeckten Hefen haben dem Team zufolge die genetischen Voraussetzungen dafür, den Wirkstoff Phenol abzubauen. Dieser sei nach der Bergung zum Einsatz gekommen, um die Oberfläche der Mumie von Pilzbefall zu befreien – und könne den Hefen als Nahrung gedient haben.
»Die Konservierungsbedingungen der Mumie sind heute sehr stabil«, betonte Elisabeth Vallazza, die Direktorin des Südtiroler Archäologiemuseums, die nicht an der Studie beteiligt war. »Ein engmaschiges mikrobiologisches Monitoring stellt sicher, dass die Mumie keinen Schaden nimmt. Aber es benötigt sicher weitere Forschung und vollen konservatorischen Einsatz, um sie für viele weitere Generationen zu erhalten.«
In den jüngsten Erkenntnissen sieht das Team aus Bozen auch einen Nutzen über den Erhalt des Ötzi hinaus. So ließen sich an Kälte angepasste Mikroorganismen etwa für energieeffiziente Prozesse in der Industrie nutzbar machen, etwa für die Fermentation bei niedrigen Temperaturen.