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Frauengesundheit

Ärzte sollten Vibratoren auf Rezept verordnen können

Vibratoren bringen mehr als nur Spaß: Sie können die Beckenbodenmuskulatur stärken, Inkontinenz verbessern und sogar Schmerzen im Genitalbereich verringern. Dies geht aus einer US-amerikanischen Metaanalyse hervor.
Laura Rudolph
31.05.2022  07:00 Uhr

Die Nutzung von Vibratoren zählt noch immer zu den Themen, über die viele Menschen nicht offen sprechen. Dabei kann sich der Gebrauch lohnen – und sogar einige Vorteile für die weibliche Gesundheit mit sich bringen.

Ein Forschungsteam um Dr. Alexandra Dubinskaya vom Cedar-Sinai Medical Center in Los Angeles analysierte in einer Metaanalyse 18 Studien, die Vibratoren hinsichtlich gesundheitlicher Vorteile für weibliche Probandinnen untersuchten. Seine Ergebnisse veröffentlichte es kürzlich im Fachjournal »Journal of Urology«.

Demnach erwies sich der regelmäßige Gebrauch von Vibratoren als gesundheitsfördernd. Als positive Effekte nennen die Forscher neben einem schnelleren Erreichen des Orgasmus, erhöhter sexueller Zufriedenheit und dadurch einhergehender größerer Zufriedenheit und Entspannung auch einige medizinisch relevante Vorteile.

Die vibrierende Stimulation der Beckenbodenmuskeln stärkt diese, was sich positiv auf Inkontinenzprobleme auswirken kann. Zudem führt eine stärkere Beckenbodenmuskulatur zu intensiveren Orgasmen. Vibratoren wurden in den zugrundeliegenden Studien zudem mit erhöhtem sexuellen Verlangen in Verbindung gebracht. Auch bei chronischen Schmerzen im Bereich der Vulva ungeklärter Ursache (Vulvodynie) könnte ein Vibrator der Metaanalyse zufolge helfen.

Aufgrund der vielen Hinweise auf einen medizinischen Nutzen der bis dato rein als Sexspielzeuge betrachteten Vibratoren sprechen sich die Studienautorinnen und -autoren für den »Vibrator auf Rezept« aus – zumindest bei Beckenbodenproblemen oder in der rekonstruktiven Chirurgie des Genitalbereichs.

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