Obwohl zwei Drittel der Medizinstudierenden Frauen seien, seien medizinische Führungspositionen weiterhin überwiegend mit Männern besetzt. »Wir brauchen also endlich Strukturen, die Gleichberechtigung innerhalb medizinischer Karrierepfade ermöglichen. Und solange wir das nicht erreicht haben, müssen sich schon jetzt Männer, vor allem solche in Schlüsselpositionen, für Frauengesundheit stark machen«, so Reimann.
Eine hohe Zustimmung sowohl von Ärzten als auch von den Ärztinnen gibt es allerdings bei der Frage, ob geschlechtsspezifische Aspekte stärker in den medizinischen Leitlinien berücksichtigt werden sollten. 87 Prozent der Befragten wünschen sich dies (Frauen: 92 Prozent; Männer 82 Prozent).
Orientierung zum Thema ließe sich laut der AOK auch über Fortbildungen erreichen, zumal Ärztinnen und Ärzte zu einer regelmäßigen Teilnahme verpflichtet sind. Allerdings hat der Umfrage zufolge mit 67 Prozent eine deutliche Mehrheit noch nie eine Fortbildung zur unterschiedlichen Behandlung von Männern und Frauen besucht. Als Gründe dafür wurden ein Mangel an Angeboten angegeben (44 Prozent), 38 Prozent sehen keine Relevanz für ihr Fachgebiet, für 29 Prozent sind andere Themen wichtiger.