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Forsa-Umfrage 
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Ärzte lernen nur selten über geschlechtsspezifische Unterschiede 

Viele Krankheiten zeigen sich bei Frauen anders als bei Männern. Doch eine neue Umfrage zeigt jetzt, dass geschlechtsspezifische Unterschiede nur selten in der Ausbildung von Ärztinnen und Ärzten behandelt werden. 
AutorKontaktPZ
Datum 29.05.2026  16:05 Uhr
Ärzte lernen nur selten über geschlechtsspezifische Unterschiede 

Eine repräsentative Forsa-Umfrage unter Ärztinnen und Ärzten zum Internationalen Tag der Frauengesundheit (28. Mai) im Auftrag des AOK-Bundesverbandes zeigt, dass geschlechtsspezifische Inhalte nur eine unzureichende Rolle in der deutschen Medizin spielen – vom Studium, über Fortbildungen, bis hin zu medizinischen Leitlinien und Zulassungsstudien von Medikamenten. Von vielen Ärztinnen und Ärzten wird dies als Mangel empfunden, die Problem-Wahrnehmung geht zwischen Männern und Frauen allerdings zum Teil deutlich auseinander.

So gaben nach Aussage der AOK insgesamt 32 Prozent aller befragten Ärztinnen und Ärzte an, dass während des Medizin-Studiums »gar keine« Inhalte dazu vermittelt wurden, dass sich Erkrankungen bei Frauen und Männern unterschiedlich äußern können (weitere Antworten: »in gewissem Umfang vermittelt«: 29 Prozent; »nur beiläufig vermittelt«: 35 Prozent; »ausführlich vermittelt«: zwei Prozent).

Von den befragten Frauen gaben »gar nicht vermittelt« 39 Prozent an, bei den Männern waren es nur 25 Prozent – bezogen auf dasselbe Studium. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Frage, ob es im Berufsalltag schon einmal als Nachteil empfunden wurde, dass geschlechtsspezifische Medizin in den Studien-Curricula kaum auftaucht. 54 Prozent der Ärztinnen sagten »schon oft« oder »manchmal«, aber nur 34 Prozent der männlichen Kollegen.

Auch in den Altersgruppen zeigen sich Unterschiede: So gaben weniger Ärztinnen und Ärzte unter 45 Jahren an, dass geschlechtsspezifische Unterschiede im Studium gar nicht vermittelt wurden (20 Prozent), bei den Befragten ab 55 Jahren sagten dies 45 Prozent.

Reimann: »geschlechtsspezifischen Aspekten in Forschung«

»Frauengesundheit gerät zwar immer stärker in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit, aber um diese wirklich systematisch zu stärken, braucht es eine konsequente Verankerung von geschlechtsspezifischen Aspekten in Forschung, Lehre und Versorgung«, sagt die Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Carola Reimann.

In Deutschland gibt es keine Verpflichtung dazu, Frauen entsprechend ihres Anteils an Erkrankten in frühen Studienphasen, in denen es um Dosierungen und Toxizität geht, einzuschließen und die Ergebnisse geschlechtsspezifisch auszuwerten. Auch für sogenannte Phase-3-Studien, bei denen es um Sicherheit und Wirksamkeitstests an einer großen Personen-Gruppe geht, fehlt die Verpflichtung. 81 Prozent der Ärzteschaft findet dies sehr oder eher problematisch.

»Hier ist die Politik gefragt. Wir brauchen dringend eine bessere Datengrundlage in der Forschung. Studien sollten geschlechtsspezifisch ausgewertet werden, um Nebenwirkungen von Arzneimitteln bei Frauen und Männern zu minimieren«, fordert Carola Reimann. »Dabei geht es nicht um kleine Unannehmlichkeiten, sondern um teils ernsthafte, dauerhafte Folgeschäden, die entstehen, weil Geschlechtsunterschiede bei der Zulassung von Medikamenten unzureichend untersucht werden. Dass Frauen nicht einfach nur kleine Männer sind, muss endlich angemessen berücksichtig werden.«

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