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Grippeschutzimpfung
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Ärzte kritisieren geplante Verstetigung der Apotheken-Impfungen

Hinsichtlich der geplanten Verstetigung der Grippe-Impfungen in Apotheken gibt es von Apothekerseite zunächst Zustimmung. Ärzteverbände kritisieren dieses Vorhaben allerdings scharf. Ein Verband erklärte, den Apothekern fehle es beim Impfen schlicht an medizinischer Kompetenz.
AutorKontaktCharlotte Kurz
Datum 26.04.2022  11:00 Uhr

Ärzte äußern Kritik an geplanter Verstetigung

Das Vorhaben sorgt allerdings nicht überall für Begeisterung. So hatte die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) in einer Mitteilung von Montag betont: »Den Apothekern fehlt es beim Impfen schlicht an medizinischer Kompetenz.« Diese Worte habe die KVWL im Februar dieses Jahres beim Start der Covid-19-Impfungen in Apotheken bereits verwendet, unverändert scharf äußert sich die Vereinigung auch zu der jetzt geplanten Verstetigung der Grippe-Impfungen in den Apotheken. Thomas Müller, Vorstandsmitglied der KVWL, kritisierte außerdem, dass das Ende der Modellprojektlaufzeit der Grippe-Impfungen von fünf Jahren und der damit verbundenen wissenschaftlichen Evaluierung nicht abgewartet werde.

Auch die Bundesärztekammer (BÄK) erklärte in einer Pressemitteilung, dass das Impfen eine ärztliche Aufgabe bleiben soll. BÄK-Präsident Klaus Reinhardt betonte, dass es nicht nur um den Stich alleine gehe, sondern zu den ärztlichen Impfleistungen gehörten auch die Impfanamnese, der Ausschluss akuter Erkrankungen und die Impf-Aufklärung. Mögliche Komplikationen wie allergische Reaktionen oder Kreislaufprobleme müssten beherrscht werden. Diese Kenntnisse ließen sich nicht in Tagesseminaren vermitteln, so Reinhardt weiter. Zudem stünden in Deutschland für die Grippe-Impfungen bereits ausreichend Ärzte zur Verfügung, so der Kammerpräsident.

Der Ärzteprotest hinsichtlich der Impfungen in Apotheken ist nicht neu. Beim Start der Covid-19-Impfungen in Apotheken Anfang Februar äußerten bereits einige Ärzteverbände Kritik. Zudem hatten einige Verbände immer wieder auch das Dispensierrecht in bestimmten Situationen im Gegenzug für die Apotheken-Impfungen eingefordert.

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