Der Ärzteverband Marburger Bund spricht sich für eine Verkaufsverbot hochprozentiger alkoholischer Getränke in Supermärkten aus. / © Imago/imagebroker
Alkoholkonsum gehört zu den größten vermeidbaren Gesundheitsrisiken in Deutschland. Besonders junge Menschen müssten besser geschützt werden, fordert der Marburger Bund. Früh etablierte Konsummuster erhöhten nachweislich das Risiko für spätere Abhängigkeitserkrankungen sowie gesundheitliche und soziale Folgeschäden.
»Der Verkauf hochprozentiger alkoholischer Getränke soll ausschließlich in lizenzierten, spezialisierten Verkaufsstellen (‹Alkoholshops‹) erfolgen. Supermärkte, Tankstellen und Kioske sollen keinen hochprozentigen Alkohol mehr anbieten dürfen«, forderte die 147. Hauptversammlung des Ärzteverbandes.
Der Marburger Bund unterstützt deshalb auch die Gesetzespläne des Bundesfamilienministeriums, das sogenannte »begleitete Trinken« für Jugendliche ab 14 Jahren abzuschaffen. Damit soll eine Ausnahmeregelung gestrichen werden, die den Kauf und Konsum von Bier, Wein und Sekt in Begleitung einer sorgeberechtigten Person auch mit 14 oder 15 Jahren erlaubt.
Internationale Erfahrungen zeigten, dass höhere Altersgrenzen und strengere Verkaufsregulierungen den Alkoholkonsum signifikant senken und insbesondere Jugendliche wirksam schützen können, betonten die Delegierten.
Der Marburger Bund spricht sich darüber hinaus für eine bundesweite, langfristig angelegte Präventionsstrategie aus, die folgende Elemente umfasst: Aufklärungskampagnen, die Stärkung der Suchtprävention in Schulen, den Ausbau niedrigschwelliger Beratungsangebote und die Förderung wissenschaftlicher Forschung.