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Lunapharm: Golze nicht zum Rücktritt bereit

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In einer Videobotschaft fordert die brandenburgische Gesundheitsministerin Diana Golze (Die Linke) erneut mehr Zeit für die Aufklärung der Vorfälle um den Pharmahändler Lunapharm. Auch betonte sie, dass sie für einen Rücktritt nicht bereit sei. Ein solcher Schritt wäre für sie lediglich «eine Flucht vor der Verantwortung». Lunapharm steht unter Verdacht, seit 2013 mit illegalen  Arzneimittelimporten gehandelt zu haben.

Weil «ungewöhnliche Zeiten ungewöhnliche Maßnahmen erfordern», wende sie sich mit der digitalen Botschaft persönlich an die Bürger und Patienten. Golze: «Ich habe versprochen, den Vorgang ernsthaft aufzuklären und alles dafür zu tun, dass sich ein solcher Fall in Brandenburg nicht wiederholen kann. Dieses Versprechen möchte ich einlösen. Darin sehe ich meine Verantwortung als Ministerin.»

Allerdings verlange die Opposition die Aufklärung der Ereignisse bereits bis zum Ende der Woche. Nach Golzes Ansicht ist bei einem Vorfall von «internationaler Größenordnung», eine «ordentliche, tiefgründige und vorbehaltlose Aufklärung» in der Kürze dieser Zeit nicht zu schaffen. Dafür bittet sie in dem Video um Verständnis. Dennoch sollen erste Erkenntnisse und Schlussfolgerungen der von ihr eingesetzten Task Force bereits Ende August vorliegen. Der Task Force gehören Experten aus Medizin, Pharmazie und Verwaltung an, darunter auch aus der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK). Die Gesundheitsministerin hebt hervor, dass Lunapharm vorerst weder handeln noch herstellen kann. Die  Betriebserlaubnis des Unternehmens aus Blankenfelde-Mahlow ruhe.

Dem Pharmahändler wird vorgeworfen, aus griechischen Kliniken gestohlene Krebsmedikamente in Deutschland verkauft zu haben. Die Präparate könnten wegen fehlender Kühlung womöglich unwirksam geworden sein. Brandenburgs Gesundheitsbehörde ging Hinweisen auf den illegalen Handel lange nicht nach. Deshalb steht Golze stark unter Druck. (je)
 

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10.08.2018 l PZ

Foto: MASGF (Screenshot)