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Schmerzpflaster: So sollten sie entsorgt werden

Opioidhaltige Schmerzpflaster enthalten nach Gebrauch noch große Mengen Wirkstoff und sollten deshalb nicht im Hausmüll entsorgt werden. Stattdessen sollten sie zusammen mit Spritzen und Kanülen in separaten Behältern gesammelt und entsorgt werden. Das empfahl Professor Dr. Christel Bienstein, Präsidentin des Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK), bei einer Pressekonferenz anlässlich des Aktionstags gegen den Schmerz am 5. Juni in Berlin. Auf diese Weise solle verhindert werden, dass Drogenabhängige den noch vorhandenen Wirkstoff, in der Regel Fentanyl, missbräuchlich konsumieren.

 

Es komme immer wieder vor, dass Abhängige den Müll von Pflegeheimen und Kliniken, aber auch von Privathaushalten, in denen ein Schmerzpatient gepflegt wird, nach gebrauchten Schmerzpflastern durchsuchen. «Kriminelle bekommen sehr schnell mit, wo solche Pflaster im Müll zu holen sind», sagte Bienstein. Durch Auskochen der Pflaster oder auch durch simples Darauf-Herumkauen werde dann der noch vorhandene Wirkstoff – bis zu 70 Prozent des ursprünglichen Gehalts – herausgelöst. Fentanyl, das etwa hundertmal stärker wirkt als Heroin, aber als Pflaster häufig bei starken Schmerzen eingesetzt wird, sei daher in zunehmendem Maß für missbräuchliche Opioid-Überdosierungen verantwortlich.

 

Wie gebrauchte Schmerzpflaster zu entsorgen sind, ist in Deutschland nicht gesetzlich geregelt. Und auch in Pflegeeinrichtungen und Kliniken gibt es oft keine Vorschrift dafür. Eine Umfrage unter 1200 Pflegenden in verschiedenen Einrichtungen habe ergeben, dass von diesen lediglich 20 Prozent verbindliche Anweisungen dafür hatten. Der DBfK hat deshalb einen Leitfaden zur richtigen Entsorgung erstellt, der auf seiner Website kostenlos heruntergeladen werden kann. (am)

 

Zum Leitfaden zur richtigen Entsorgung (PDF, externer Link)

 

07.06.2018 l PZ

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