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Medizinisches Cannabis: Regierung sieht keine Lieferprobleme

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Der Bedarf an medizinischem Cannabis ist durch Importe offenbar ausreichend gedeckt.  Nach Einschätzung der Bundesregierung sind die seit Sommer 2017 aufgetretenen Lieferschwierigkeiten anscheinend behoben. Es lägen keine Erkenntnisse vor, das diese Probleme noch fortbestünden, heiß es in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion.

Derzeit würden mehr als ein Dutzend verschiedener Sorten medizinischer Cannabisblüten in pharmazeutischer Qualität mit unterschiedlichen Wirkstoffgehalten nach Deutschland importiert, heißt es. Die Lieferungen kommen aktuell ausschließlich aus den Niederlanden und Kanada. Mit einer ersten Ernte von hierzulande angebautem medizinischem Cannabis rechnet das Bundesgesundheitsministerium (BMG) erst ab 2020.

Ursprünglich sollte dies bereits ab 2019 erfolgen. Jedoch wurde das Ausschreibungsverfahren für die Anbaulizenzen vom Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf im März dieses Jahres gestoppt. Grund waren offenbar Fehler der Vergabestelle bei der Fristsetzung für die Abgabe der Teilnehmeranträge. Diese hätten nach Auffassung des OLG verlängert werden müssen. Eine neue Veröffentlichung der Ausschreibung soll laut Regierungsangaben in Kürze erfolgen.

Ansonsten rät das BMG den Patienten zu Flexibilität: Sollte derzeit in einer Apotheke eine bestimmte Sorte mal nicht verfügbar sein, so habe möglicherweise eine andere Apotheke diese vorrätig, heißt es. Zudem könne sich der Patient alternativ vom Arzt auch Rezepturarzneimittel oder Fertigarzneimittel auf Cannabisbasis verschreiben lassen. Diese seien derzeit uneingeschränkt verfügbar. (et)

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22.06.2018 l PZ

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