Eichenprozessionsspinner: Raupen breiten sich weiter aus |

Der Eichenprozessionsspinner breitet sich in Deutschland immer weiter aus. In diesem Jahr hat das Wetter dabei besonders geholfen. «Im Frühjahr hatten die geschlüpften Raupen einen guten Start», sagt der Insektenkundler und Förster in Sachsen, Thomas Sobczyk, der Deutschen Presse-Agentur. Die Wärme sei dieses Jahrgenau zum richtigen Zeitpunkt für die Raupen gekommen. «So gibt es mehr Einzeltiere als im Vorjahr.» Durch die lange warme Zeit im Frühjahr hätten viele überlebt und sich schnell entwickelt. «Etwa vom 10. bis 15. Juli rechnen wir schon mit dem Schlüpfen der Falter, zwei Wochen früher als sonst», sagt Sobczyk. «Wenn man Nester absaugen lassen will, dann muss man das jetzt angehen.»
Die weißgrauen Gespinste mit einem Durchmesser von bis zu 30 Zentimetern sitzen meist an Eichen- und manchmal auch an Hainbuchenstämmen, oft auch in der Baumkrone. Die Raupen können Eichen kahlfressen, aber auch für Menschen gefährlich werden. Der Kontakt mit den Härchen führt zu Pusteln und Hautausschlag. Habe es einen erwischt, helfe viel kaltes Wasser zum Abwaschen, rät Sobczyk. Der Ausschlag heile in der Regel von selbst aus. Die Haare können in seltenen Fällen auch Atembeschwerden, Atemnot, Augenreizungen oder gar einen allergischen Schock auslösen.
Im vergangenen Jahr sei er erstmals im küstennahen Bereich bei Rostock und auf der Ostsee-Insel Usedom festgestellt worden, sagt Mathis Jansen von der Landesforstanstalt Mecklenburg-Vorpommerns. Andernorts etwa in Sachsen oder Thüringen werden die Verbreitungsgebiete laut Sobczyk immer größer und fließen zusammen. In Niedersachsen ist es ähnlich. «Seit Anfang der 1990er-Jahre gibt es diese Ausbreitung in Deutschland, und die hat nie aufgehört», sagt Sobczyk. Der Nachtfalter bevorzugt warme Gebiet, gelangt aber auch in höhere Lagen und in den Alpenvorraum.
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15.06.2018 l PZ/dpa
Foto: Fotolia/CatMason