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Schlaganfall-Patienten: Vorsicht mit Schmerzmitteln

 

Wer einmal einen Schlaganfall erlitten hat, muss blutverdünnende Arzneimittel einnehmen, damit sich ein solches Ereignis nicht wiederholt. «Wichtig ist, dass die Medikamente regelmäßig zur gleichen Zeit eingenommen werden», erklärt Christoph Gulde, Vizepräsident des Landesapothekerverbandes Baden-Württemberg, anlässlich des Tages gegen Schlaganfall am 10. Mai. «Nur so können sie dauerhaft und konstant wirken.»

    

Zur Sekundärprophylaxe nach einem ischämischen Schlaganfall, der häufigsten Form, empfiehlt die Leitlinie die Einnahme von ASS 100 mg (eventuell kombiniert mit retardiertem Dipyridamol) oder Clopidogrel. Da Ibuprofen um dieselbe Bindungsstelle an der Cyclooxygenase-1 konkurriert wie ASS und die COX-1 irreversibel hemmt, sollte es – wenn überhaupt – nur gelegentlich kombiniert werden. In dem Fall sollte erst ASS und 30 Minuten später Ibuprofen eingenommen werden.

 

Schlaganfall-Patienten mit Vorhofflimmern, die klassische orale Antikoagulanzien wie Phenprocoumon einnehmen, sollten wissen, dass gebräuchliche Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure (ASS), Ibuprofen oder Diclofenac ebenfalls blutverdünnend wirken und sich insbesondere das Risiko für Magenblutungen deutlich erhöht. Bei einmaligen Schmerzen kann in der Selbstmedikation Paracetamol empfohlen werden. «Wenn Schlaganfallpatienten häufiger Schmerzen haben, sollten sie aber mit dem Arzt besprechen, welche Schmerzmedikation geeignet ist», mahnt der LAV Baden-Württemberg. (dh)

 

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09.05.2018 l PZ

Foto: Fotolia/freshidea