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Mehr Datenschutz für Kunden: Die EU macht Ernst

Morgen macht der europäische Gesetzgeber Ernst mit dem Datenschutz: Die EU-Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) tritt in Kraft. Alle Betriebe, die personenbezogene Daten verarbeiten, müssen dann noch besser auf den Schutz ihrer Kundendaten achten – also auch Apotheken. Andernfalls drohen je nach Verstoß hohe Bußgelder. Fürchten müssen sich Apotheker vor den strikteren Regeln aber nicht, teilte die Datenschutzbehörde Hessen mit. Apotheken, die bislang datenschutzrechtlich gut aufgestellt waren, müssten sich keine allzu großen Sorgen machen, auch wenn sich natürlich auch für sie Änderungen ergäben, sagte eine Behördensprecherin der Pharmazeutischen Zeitung.

 

Ratsam sei es, den Datenbegriff grundsätzlich weit zu fassen, erklärte jüngst VSA-Geschäftsführer Roman Schaal. Er beinhaltet demnach nicht nur digitale Informationen, sondern auch der Schutz von Ordnern oder Papierkörben, in denen Patientendaten landen könnten, muss neu geregelt werden. «Der Klassiker ist die Rezeptkopie im Mülleimer», so Schaal. Dies sei ein klarer Verstoß gegen Datenschutzpflichten.

 

Häufig treibt Apotheker auch die Frage nach einem Datenschutzbeauftragten um. Hier herrscht derzeit noch Rechtsunsicherheit, da die Interpretation der neuen Verordnung nicht ganz eindeutig ist. Klar ist die Sache nur für Apotheken mit mindestens zehn Mitarbeitern. Demnach müssen größere Apotheken einen Datenschutzbeauftragten bestimmen. Ob die Mitarbeiter in Voll-oder Teilzeit angestellt sind, spielt keine Rolle. Bei Apotheken mit mehreren Filialen werden alle Köpfe mitgezählt, auch Auszubildende, Praktikanten und freie Mitarbeiter sind als jeweils eine vollständige Person zu zählen. Grundsätzlich trägt der Apothekeninhaber für die Einhaltung der Datenschutzregeln die Verantwortung. (cd)

 

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24.05.2018 l PZ

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