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Inhaltsstoffe in Medikamenten: App hilft Allergikern und Co.

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Lactose, Gluten, Gelatine: In vielen Medikamenten sind neben den Wirkstoffen auch Inhaltsstoffe enthalten, die Millionen von Menschen nicht einnehmen wollen. Eine Smartphone-Anwendung hilft ihnen nun, unerwünschte Stoffe in Tabletten, Kapseln oder Salben zu erkennen und passende Alternativen zu finden.

 

Statt mühsam die Packungsbeilage zu studieren, können etwa Menschen mit Lactose-Intoleranz ab sofort per App ein Präparat auf seine Inhaltsstoffe untersuchen und auf lactosefreie Varianten ausweichen. «WhatsIn My Meds» heißt die Anwendung, die nach Angaben des Herstellers neben Allergikern auch vegan lebende oder muslimische Patienten bei ihrer Medikamentenauswahl unterstützen soll. Auch Leistungssportler, die auf bestimmte Inhaltsstoffe verzichten wollen, können demnach von der Anwendung profitieren.

 

Entwickelt hat das hilfreiche Tool ein Apotheker aus Berlin. «Viele der Patienten, die in die  Apotheke kamen, wollten Arzneimittel ohne bestimmte Inhaltsstoffe, zum Beispiel ohne Gluten oder tierische Bestandteile», erklärt WhatsIn-Gründer Maximilian Wilke auf Anfrage der Pharmazeutischen Zeitung. «Eine schnelle und einfache Suche gab es aber nicht. Das wollte ich ändern und so ist die Idee für die App entstanden.»

 

Es gebe allein mehr als zehntausend Arzneimittel, die Lactose enthalten. Das sei immerhin für rund 12 Millionen Menschen in Deutschland ein Thema. «Wer zum Beispiel ein lactosefreies Loratadin-Präparat haben will, hat ein Problem», so Wilke. Keines der Mittel auf dem Markt komme ohne diesen Zusatzstoff aus. Mit der App ließe sich das in wenigen Sekunden herausfinden. Außerdem könne sie nach alternativen Heuschnupfenmitteln suchen und so dem Patienten weiterhelfen. Die allermeisten Kassen-Systeme in den Apotheken hingegen sind Wilke zufolge dazu nicht in der Lage.


Um sich gezielt über Inhaltsstoffe eines Medikaments informieren zu können, müssen Nutzer der App zunächst in einem individuellen Profil die Stoffe angeben, auf die sie hingewiesen werden möchten. Liegt ihnen ein Produkt vor, können sie mit dem Smartphone den Packungscode abscannen; enthält das Präparat unerwünschte Stoffe, erkennt die App diese und findet Alternativen. Zudem können Nutzer aber auch den Namen eines Arzneimittels eingeben oder aus mehr als hundert verschiedenen Anwendungsgebieten wählen. Die App zeigt dann automatisch Medikamente an, die keine der im Profil angegebenen unerwünschten Inhaltsstoffe enthalten.

 

Die Patienten-App ist ab sofort kostenlos für Android und iPhone verfügbar. Nach Angaben des Herstellers soll in einigen Monaten eine Bezahlversion mit zusätzlichen Features auf den Markt kommen. (et)

 

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04.05.2018 l PZ

Foto: PZ/Hüttemann