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Sodbrennen: Vorsicht im Umgang mit Magensäureblockern

Patienten mit Sodbrennen sollten Magensäureblocker nur kurzfristig einnehmen, um Absetzeffekte, so genannte Rebounds, zu vermeiden. Dazu rät die Apothekerkammer Hessen heute in einer Mitteilung. Menschen mit Sodbrennen griffen häufig zu verschreibungsfreien Präparaten, die, wenn sie zu lange eingenommen und dann abrupt abgesetzt würden, die Beschwerden noch verschlimmern könnten. «Der Körper produziert zu viel Magensäure, die Beschwerden kehren zurück und der Patient greift erneut zum Säureblocker», heißt es. Besser sei ein Therapieversuch mit Antazida, die überschüssige Magensäure neutralisieren, empfiehlt Kammerpräsidentin Ursula Funke. Trete Sodbrennen häufiger auf oder halte länger an, sei immer ein Besuch beim Hausarzt ratsam, um die Ursachen abzuklären.

 

Bei der Einnahme verschreibungspflichtiger Antazida oder auch von Magensäureblockern seien Beratung und Aufklärung in der Apotheke angezeigt, um unerwünschte Neben- sowie Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten zu vermeiden. Antazida enthielten verschiedene Magnesium-, Aluminium- oder Kalziumverbindungen. Magnesium in zu hoher Dosis könne abführend wirken, während aluminium- und kalziumhaltige Antazida Verstopfungen oder Magen-Darm-Beschwerden verursachen könnten, schreibt die Kammer. Würden Säureblocker aufgrund ärztlicher Verordnung langfristig eingenommen, könne dies die Aufnahme von Vitamin B12 und anderen Mineralstoffen und Spurenelementen hemmen. «Werden noch andere Medikamente eingenommen, muss unbedingt in der Apotheke geklärt werden, ob es hierbei nicht zu Wechselwirkungen kommen kann», betont Präsidentin Funke. Die Aufnahme anderer Arzneimittel könne sowohl durch Magensäureblocker wie auch durch Antazida verringert oder komplett verhindert werden.

 

03.04.2018 l PZ

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