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Alkohol: Der Brand danach und ein Brandstifter

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Pünktlich zum Start ins Wochenende äußern sich US-amerikanische Wissenschaftler mit Neuigkeiten zum Thema Nachdurst. Wieso macht der Genuss von Alkohol oft durstig? Forscher vom University of Texas Southwestern Medical Center in Dallas sagen, dass der Fibroblasten-Wachstumsfaktor 21 (FGF21), ein Leberhormon, dafür mitverantwortlich sein könnte. Wie ein Autorenteam um Dr. Parkyong Song in «Cell Metabolism» informiert, signalisiert Alkoholkonsum dem Körper «Gefahr für Dehydratation». In dieser Stress-Situation erhöht die Leber die Produktion von FGF21. Über den Blutstrom gelangt das Hormon dann ins Gehirn, wo es im Hypothalamus schließlich den Durst-Schalter umlegt, was den Körper vor einer möglichen Dehydratation schützt.

In einer kleinen Untersuchung an der Medizinischen Universität Graz erhielten 21 Teilnehmer entweder ein alkoholhaltiges Saftgetränk oder nur Saft zum Trinken. Über einen Zeitraum von fünf Stunden wurde anschließend stündlich der FGF21-Blutspiegel gemessen. In der Gruppe, die das alkoholhaltige Getränk erhalten hatte, ging der FGF21-Pegel deutlich nach oben, der Maximalwert wurde nach zwei Stunden erreicht.

Einer der Seniorautoren der Publikation, Professor Dr. David Mangelsdorf, hält es sogar für möglich, dass FGF21 eines Tages als Arzneistoff benutzt werden könnte, um bei Menschen den Alkoholkonsum zu limitieren und so vor den Gefahren zu schützen. Frühere Studien bei Mäusen hatten nämlich gezeigt, dass FGF21 nicht nur das Verlangen nach Wasser erhöht, gleichzeitig verging den Versuchstieren auch die Lust auf Alkohol. (ss)

DOI: 10.1016/j.cmet.2018.04.001

 

13.04.2018 l PZ

Foto: Fotolia/cristalo