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Paracetamol: Überdosierungen während Grippesaison häufiger

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Während der Erkältungs- und Grippesaison kommt es häufiger zu Paracetamol-Überdosierungen – vor allem, wenn die Patienten nicht verschreibungspflichtige Kombinationsmittel einnehmen, so das Ergebnis einer Studie von Wissenschaftlern der Universitäten Pittsburgh und Boston. Die Forscher um Saul Shiffman werteten im «British Journal of Clinical Pharmacology» die Daten von 14.481 US-Amerikanern aus, die zwischen 2011 und 2016 über ihre tägliche Einnahme von Paracetamol Tagebuch geführt hatten. Sie setzten die Einträge mit Daten von Google Trends zu Erkältungs- und Grippewellen in Korrelation.

Heraus kam, dass 6,3 Prozent der Patienten die Höchstdosis von 4 Gramm an mindestens einem Tag pro Woche überschritten hatten. Mit einer Odds-Ratio von 1,24 trat dies häufiger während einer Erkältungswelle auf als außerhalb der Saison (6,5 versus 5,3 Prozent der Nutzer). Auch die Dauer der Überdosierung war länger: Im Mittel überschritten die Patienten die Höchstdosis an 3,9 Prozent der Tage während Grippewellen und 2,8 Prozent außerhalb der Saison, was einer Odds-Ratio von 1,37 entspricht. 

Die Überdosierung hing dabei vor allem mit dem Einsatz von OTC-Kombinationsmitteln gegen Erkältungssymptome zusammen, schreiben die Forscher. Rechnet man ihre Einnahme heraus, ließ sich kein Unterschied beim Überschreiten der Paracetamol-Tageshöchstdosis zwischen den Jahreszeiten feststellen, begründen die Wissenschaftler ihre These. Apotheker sollten die Patienten daher bei Paracetamol-haltigen Präparaten immer über die korrekte Dosierung informieren, insbesondere während der Erkältungssaison. Tagesdosen über 4 Gramm können zu schweren Leberschäden führen. (dh)

DOI: 10.1111/bcp.13551

 

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14.03.2018 l PZ

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