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Erkältungsmittel: Viele Patienten halten Wirkeintritt für schnell

 

Sollen akute Symptome einer Erkältung gelindert werden, wünscht sich jeder Patient eine schnelle Wirkung. Diese ist pharmakokinetisch gesehen gegeben, wenn der Arzneistoff innerhalb von 5 bis 15 Minuten nach der Applikation anflutet. Aber deckt sich das mit der subjektiv von den Patienten empfundenen Linderung? Dieser Frage gingen Forscher der Uniklinik Essen, der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz und von Sanofi-Aventis nach. Dazu führten sie eine Sekundäranalyse der Daten von zwei apothekenbasierten Anwenderbefragungen mit insgesamt 2700 Patienten durch. Die Ergebnisse wurden vor Kurzem bei einem Kongress der britischen Apothekergesellschaft in Form einer Posterpräsentation vorgestellt.

 

Demnach empfinden Patienten unabhängig von den zu behandelnden Symptomen wie Kopfschmerz oder verstopfte Nase einen Wirkeintritt nach 30 bis 60 Minuten mehrheitlich als schnell oder sogar sehr schnell. Bei Ambroxol-Präparaten setze die subjektiv berichtete Wirkung bei 12,2 Prozent der Probanden innerhalb von 15 Minuten und bei 38,4 Prozent innerhalb von 16 bis 30 Minuten ein. Rund 58 Prozent bewerteten den Wirkeintritt als schnell oder sehr schnell.

 

Ähnliche Ergebnisse ergab die Befragung von Patienten nach Einnahme eines Ibuprofen-Pseudoephedrin-Kombinationspräparats. Hier setzte die Wirkung bei 11,3 Prozent innerhalb von 15 Minuten ein und bei weiteren 39,2 Prozent zwischen 16 und 30 Minuten. Hier empfanden sogar 72,2 Prozent den Wirkeintritt als schnell oder sehr schnell. Nur 6,9 Prozent in der Ambroxol-Gruppe und 2,5 Prozent in der Ibuprofen-Pseudoephedrin-Gruppe empfanden den Wirkeintritt als langsam. (dh)

 

DOI: 10.1111/ijcp.12907 (Studie zu Ibuprofen/Pseudoephedrin)

 

01.03.2018 l PZ

Foto: Fotolia/Vladimir Melnikov