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Size-Zero: Models vermitteln gefährliches Schönheitsideal

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Über Maßnahmen gegen den Schlankheitswahn in der Modelbranche diskutieren Politiker von Union und SPD. «Size-Zero-Models gaukeln ein Ideal vor, welches weder ästhetisch noch gesund ist – mit gefährlichen Langzeitschäden für Körper und Seele bis hin zum Tod», sagte die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) dem «Spiegel».

 

Die CSU-Politikerin Dorothee Bär, die für einen Ministerposten im neuen Bundeskabinett gehandelt wird, sagte, Aufklärung allein scheine an ihre Grenzen zu stoßen. Bilder müssten wieder stärker Abbilder der Wirklichkeit sein: «Die Zeit ist gekommen, sich die Regelungen unserer Nachbarn genau anzusehen.» In Frankreich müssen Models bereits eine Bescheinigung vom Arzt vorlegen, die nicht älter als sechs Monate sein darf und besagen muss, dass das Model nicht untergewichtig ist. In Spanien und Israel gibt es ähnliche Vorschriften. In Frankreich müssen Werbefotos seit Oktober zudem mit einem Hinweis versehen werden, wenn die Abbildungen von Models retuschiert wurden.

 

Essstörungen gehören zu den häufigsten psychosomatischen Erkrankungen. In Deutschland sterben daran nach älteren Angaben bis zu 100 Menschen pro Jahr. Magersucht, Ess-Brech-Sucht und Binge-Eating gelten als Hauptformen. Ein Auslöser scheint das Schönheitsideal eines schlanken Körpers zu sein. Auch das Selbstwertgefühl sowie das soziale und familiäre Umfeld spielen eine Rolle. Nach einer repräsentativen Studie zur Gesundheit von Erwachsenen in Deutschland aus dem Jahr 2013 leiden 1,5 Prozent der Frauen und 0,5 Prozent der Männer an einer der drei Hauptformen von Essstörungen.

 

«Wir brauchen eine gesetzliche Regelung zum Schutz vor Magersucht», sagte der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Karl Lauterbach dem «Spiegel». Es gebe kaum eine Erkrankung bei jungen Frauen, die eine so hohe Sterblichkeitsrate habe wie Magersucht – «und die Heilungschancen sind gering». Über magere Models wird derzeit auch angesichts des Starts der neuen «Germanys next Topmodel»-Staffel auf ProSieben diskutiert. Nicht alle Kandidatinnen sehen diesmal wie klassische Magermodels aus. Die Kritik an der Sendung ist aber nach wie vor groß. Die Mehrheit der Menschen in Deutschland findet, das Format vermittelt ein falsches Schönheitsideal, wie eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov ergab.

 

12.02.2018 l PZ/dpa

Foto: Fotolia/stadelpeter