Pharmazeutische Zeitung Online
AMK

Kinderarzneien: Schweizer Datenbank gibt Dosierempfehlungen

Datenschutz bei der PZ

In der Schweiz können Ärzte und Apotheker ab kommendem Jahr die empfohlene Dosierung von Erwachsenen-Arzneimitteln für Kinder in einer Datenbank nachschlagen. Das teilte das Schweizer Bundesamt für Gesundheit gestern mit. Die Behandlung von Kindern mit Medikamenten ist weltweit in großen Teilen schwierig, da es zu wenige speziell für Kinder entwickelte Mittel gibt. Ärzte müssen ihnen deshalb häufig Präparate für Erwachsene verschreiben und die Dosis anhand ihrer Erfahrung anpassen.

Die neue Datenbank SwissPedDose soll nun Empfehlungen geben. Seit 2013 wurde sie in einem Pilotprojekt getestet. Ab Januar nun werden acht Schweizer Kinderkliniken ihre Empfehlungen zur Dosierung und Verabreichung der in der Pädiatrie am häufigsten verwendeten Wirkstoffe in der Datenbank publizieren. Dort sind sie für andere Krankenhäuser, Kinderärzte und Apotheker abrufbar. Rund 100 harmonisierte Empfehlungen für 30 Wirkstoffe sind bereits fertig – weitere sollen folgen. Die Datenbank kostet den Schweizer Bund rund 3,4 Millionen Franken (2,9 Millionen Euro).

Kinder mit Medikamenten für Erwachsene zu behandeln ist nach wie vor keine ideale Lösung. Zu sehr unterscheidet sich der kindliche Organismus vom erwachsenen. Die Schweiz hat deshalb im Oktober mit der Revision ihres Heilmittelgesetzes Anreize für Hersteller geschaffen, künftig mehr an Arzneimitteln speziell für Kinder zu forschen. (ap)

SwissPedDose - Nationale Datenbank zur Dosierung von Arzneimitteln bei Kindern (externer Link)

Lesen Sie dazu auch

Arzneimittel: Kaum Studien für Kinder, PZ 20/2017

 

Mehr zum Thema Kinder

 

05.12.2017 l PZ

Foto: Fotolia/vschlichtin