Pharmazeutische Zeitung Online
AMK

Sorge vor Reaktorunfall: Jod für 14.000 Aachener Haushalte

Datenschutz bei der PZ

Fast 14.000 Haushalte in der Stadt Aachen haben bis kurz vor Fristablauf am 15. November Jodtabletten bei der Stadt beantragt. Das gab die Stadt in einer Pressemitteilung zur Zahl der bis gestern Mittag beantragten Bezugscheine bekannt. Bis einschließlich morgen können Bewohner der Städteregion Aachen, der Stadt Aachen sowie der Kreise Düren, Heinsberg und Euskirchen die kostenfreien Jodtabletten bei den zuständigen Behörden beantragen. Das gilt für Menschen, die 45 Jahre und jünger sind, Schwangere und Stillende.

 

Wegen der Nähe zum umstrittenen belgischen Kernkraftwerk Tihange hatte die Region beim Land Nordrhein-Westfalen darauf gedrungen, die Bevölkerung mit den Tabletten zu versorgen. Politik und Verwaltung bezweifeln, dass dies im Ernstfall rechtzeitig gelingen kann. Die hoch dosierten Jodtabletten sollen verhindern, dass die Schilddrüse radioaktives Jod aufnimmt. Wegen Tausender Mikrorisse am Atommeiler Tihange 2 ist dessen Sicherheit umstritten.

 

Die Vorab-Verteilung ist bundesweit bisher nur in Ausnahmefällen und für einen sehr eng begrenzten Bereich zugelassen worden. In der Regel werden die Tabletten zentral gelagert und nur im Bedarfsfall ausgegeben. Damit soll unter anderem verhindert werden, dass die Tabletten zu früh eingenommen oder verlegt werden.

 

14.11.2017 l dpa

Foto: Fotolia/davis