Ersatzkassen: Morbi-RSA sofort reformieren |

Ersatzkassen sowie Betriebs- und Innungskrankenkassen fordern die Politik auf, die Reform des morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs (Morbi-RSA) sofort auf die Agenda zu setzen. Das geht aus einer gemeinsamen Mitteilung hervor. Demnach müssen kurzfristige Lösungen her, die «ein einfaches, transparentes und dadurch auch manipulationssicheres Verfahren» garantieren. Gelinge dies nicht, sei eine regionale Monopolstellung der Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) zu befürchten, heißt es.
Das kürzlich vom wissenschaftlichen Beirat am Bundesversicherungsamt veröffentlichte Gutachten zum Morbi-RSA gibt nach Ansicht der Ersatzkassen sowie Betriebs- und Innungskrankenkassen keine Antworten darauf, wie die bestehenden Wettbewerbsverzerrungen schnell behoben werden können. «Im Gegenteil: Die Empfehlungen der Gutachter zur Einführung eines Vollmodells, bei dem alle – statt wie bisher 80 – Krankheiten im Morbi-RSA berücksichtigt werden, befeuern in der Praxis die finanzielle Schieflage sogar noch», so die Kritik. Durch die Vielzahl neuer leichter Erkrankungen böte der Morbi-RSA noch größeren Spielraum für sogenannte Upcoding-Strategien und damit zur Manipulation.
Der Morbi-RSA regelt den Finanzausgleich zwischen den Kassen. Je kränker Versicherte einer Kasse sind, desto mehr Geld steht ihr aus dem Gesundheitsfonds zu. (je)
27.10.2017 l PZ
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