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Cannabis: Im ersten Halbjahr mehr als 10.000-mal abgegeben

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Seit der Legalisierung von Cannabis zu medizinischen Zwecken am 10. März 2017 haben die Apotheken bis Ende Juni rund 10.600 Cannabis-haltige Zubereitungen oder unverarbeitete Cannabisblüten zu Lasten der GKV abgegeben. Das teilt die ABDA heute mit.

 

Verordnet wurde das medizinische Cannabis auf rund 5100 Rezepten. Dabei stieg die Nachfrage kontinuierlich an: Im März waren es 564 abgegebene Einheiten auf 488 Rezepten, im April 1468 Verordnungen auf 884 Rezepten, im Mai 3666 Einheiten auf 1518 Rezepten und im Juni schließlich 4921 Einheiten auf 2213 Rezepten. Hinzu kamen im selben Zeitraum rund abgegebene 12.500 Fertigarzneimittel mit Cannabis-Inhaltsstoffen oder -Extrakten.

 

Die Zahlen lieferte das Deutsche Arzneiprüfungsinstitut (DAPI). Nicht aufschlüsseln lässt sich, wie viele Patienten mit Cannabis versorgt wurden und welche Mengen die einzelnen Patienten erhielten. Privatrezepte wurden nicht erfasst. Vor der Legalisierung hatten rund 1000 Patienten bundesweit eine Ausnahmegenehmigung für den Bezug von Cannabisblüten über die Apotheken. Seit der Gesetzesänderung steht eine Verordnung zulasten der GKV unter Genehmigungsvorbehalt.

 

Dr. Andreas Kiefer, Vorstandsvorsitzender des DAPI und Präsident der Bundesapothekerkammer, geht anhand der belieferten Rezepte davon aus, dass immer mehr Patienten mit Cannabis versorgt werden. «Dennoch bleibt es dabei, dass es kein ‹Allheilmittel› ist, sondern nur eine weitere, in jedem Einzelfall kritisch zu würdigende therapeutische Option», so Kiefer. Im Sommer kam es zu Lieferschwierigkeiten der bislang wenigen Firmen, die Cannabis in pharmazeutischer Qualität importieren dürfen.

 

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11.09.2017 l PZ

Foto: Fotolia/Eric Limon