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Grillsaison: Campylobacter den Garaus machen

 

Sommer ist Hochsaison für Campylobacter-Infektionen: Laut Robert-Koch-Institut treten in den Monaten Juni bis September die höchsten Fallzahlen des Jahres auf. Von den knapp 74.000 Campylobacter-Enteritiden aus dem kompletten Jahr 2016, wurden im Sommer etwa 35.500 Fälle gemeldet. Im Gegensatz zu anderen bakteriellen lebensmittelbedingten Erkrankungen wie Salmonellosen oder Yersiniosen steigt die Zahl der übermittelten Campylobacter-Enteritiden pro Jahr in den vergangenen Jahren übrigens an. Beispielsweise war die Inzidenz 2016 im Vergleich zu 2015 um 5 Prozent höher.

Die Darminfektion geht typischerweise mit Bauchschmerzen und wässrigem, gelegentlich blutigem Durchfall einher. Meistens erfolgt die Übertragung auf den Menschen über Lebensmittel tierischen Ursprungs, etwa Rohmilch oder Geflügel.

Ob zum Beispiel das Hähnchen-Steak kontaminiert ist oder nicht, lässt sich nicht am Aussehen oder Geschmack festmachen, da die Campylobacter-Bakterien nicht zum Verderb von Lebensmitteln führen. Damit zum Beispiel das Grillfest nicht auf der Toilette endet, gilt es vor allem durch Hygienemaßnahmen einer Infektion vorzubeugen. Messer oder Geschirr, welche bei der Verarbeitung von rohem Fleisch benutzt wurden, sollte man gut reinigen, bevor andere Lebensmittel damit in Kontakt kommen. Zudem ist bei und nach dem Umgang mit rohem Fleisch gründliches Händewaschen Pflicht. Niedrigere Temperaturen stellen für Campylobacter-Spezies kein Problem dar, sodass sie auch in gefrorenen beziehungsweise frisch aufgetauten Produkten vorhanden sein können. Tauwasser und Fleischverpackungen sollte man deshalb sorgfältig entsorgen.Anders als auf Kälte reagieren die Bakterien empfindlich auf Hitze. Deshalb sollte Fleisch durchgegart werden, mindestens zwei Minuten bei 70 Grad Kerntemperatur, rät die Viactif-Krankenkasse in einer Pressemeldung.

Eine Campylobacter-Infektion ist hoch ansteckend. Meist ist die Infektion innerhalb von zwei Wochen überstanden, ansteckend bleibt man aber laut der Krankenkasse länger. Zur Therapie gehört, dass Erkrankte sich schonen und ausreichend trinken, um Flüssigkeits- und Elektrolyt-Verluste auszugleichen. Ob zum Beispiel ein Antibiotikum notwendig ist, muss im Einzelfall der Arzt entscheiden. (ss)

 

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19.07.2017 l PZ

Foto: Fotolia/nd3000