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Grapefruitsaft und Medikamente: Oft ein schlechter Mix

Die gleichzeitige Einnahme von Grapefruits oder ihrem Saft und manchen Medikamenten kann die Wirkung der Arzneimittel verstärken oder schwächen. Daran erinnert die US-Arzneimittelbehörde FDA jetzt und nennt einige wichtige Beispiele. Besonders problematisch ist die Interaktion zwischen Grapefruit (Citrus paradisi) und Arzneistoffen, die über das Enzym Cytochrom-P450 vom Subtyp 3A4 (CYP3A4) abgebaut werden. Bestimmte Inhaltsstoffe von Grapefruit und teils auch verwandter Zitrusarten wie Bitterorangen (Pomeranzen, Citrus x aurantium L.) und Pampelmusen (Citrus maxima) hemmen dieses Enzym. Daher werden die Arzneistoffe weniger oder langsamer abgebaut und bleiben länger im Blut – die Wirkung wird verstärkt, was die Gefahr für Nebenwirkungen erhöht.


Das trifft zum Beispiel auf einige, aber nicht alle Blutfettsenker wie die Statine Simvastatin und Atorvastatin zu. Auch Calciumkanalblocker wie Nifedipin und Verapamil, das Immunsuppressivum Ciclosporin, einige Corticoide wie Budesonid, das Antiarrhythmikum Amiodaron sowie das Anxiolytikum Buspiron sind betroffen. Das Ausmaß der Interaktion hängt von der Menge Grapefruitsaft, dem Arzneistoff und der individuellen Enzymausstattung ab.


Die Substanzen aus der Grapefruit, vermutlich bestimmte Flavonoide, hemmen zudem einige Transportproteine wie die organischen Anionentransporter-Polypeptide (OATP), über die beispielsweise das Antiallergikum Fexofenadin und der Renin-Inhibitor Aliskiren an ihre Wirkorte gelangen. Die gleichzeitige Einnahme mit Grapefruitsaft kann die Wirkung mindern. Auch für andere Fruchtsaftarten wie Apfel und Orange wird diese Wechselwirkung angenommen. Um Wechselwirkungen zu vermeiden, sollten Arzneimittel bis auf wenige Ausnahmen immer mit einem großen Glas Leitungswasser eingenommen werden. (dh)


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24.07.2017 l PZ

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