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So schützen sich Urlauber vor Hepatitis A und E

 

Die Mittelmeerländer, Osteuropa und die Tropen: In sehr vielen Ländern können sich Reisende mit Hepatitis A oder E anstecken. Beide Virustypen werden vor allem durch verunreinigte Lebensmittel oder kontaminiertes Trinkwasser übertragen. Daher gilt eine sorgfältige Hand- und Lebensmittelhygiene als wichtigste Schutzmaßnahme. Darauf weist zu Beginn der Ferienzeit die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) hin.

 

Während Hepatitis A in Deutschland nur selten vorkommt – im vergangenen Jahr wurden 732 Fälle gemeldet –, sind die Diagnosen von Hepatitis E hierzulande in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. «Wobei nicht geklärt ist, ob die Fälle tatsächlich zunehmen oder eine erhöhte Aufmerksamkeit für die Infektionen zu mehr Diagnosen führt», sagt DGVS-Vorstandsmitglied Professor Dr. Christian Trautwein. Nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts haben sich in den vergangenen Jahren rund 320.000 Deutsche jährlich neu mit dem Hepatitis-E-Virus infiziert.

 

«Weil die Viren recht umweltstabil sind, kann im Prinzip jedes Obst und jeder Salat, der durch schmutzige Hände gegangen ist, infektiös sein», so der Internist. Leitungswasser sollte in südlichen Ländern höchstens abgekocht getrunken werden. Eiswürfel sollte man meiden. Obst und Gemüse sollten geschält oder gekocht sein. Fleisch, insbesondere Schweine- und Wildfleisch, sollte durchgegart sein, da es mit Hepatitis-E-Viren kontaminiert sein kann. Auch auf rohe oder unzureichend gegarte Muscheln und Austern sollten Urlauber lieber verzichten. Diese Maßnahmen schützen zugleich auch vor Durchfallerkrankungen.

 

Hepatitis-Viren vom Typ A und E verursachen eine Entzündung der Leber und rufen Übelkeit, Erbrechen und grippeähnliche Symptome hervor. Infektionen können auch unbemerkt verlaufen. Meist heilt die Leberentzündung folgenlos ab. Eine Gefahr für ernstere Verläufe haben jedoch Patienten mit vorgeschädigter Leber, Schwangere, Ältere sowie Menschen mit eingeschränkter Immunfunktion, warnt die DGVS.

 

Sie rät Reisenden in betroffene Gebiete zur Impfung gegen Hepatitis A. Es gibt sowohl Einzelvakzinen als auch Kombinationen mit einer Hepatitis-B- oder Typhus-Impfung. Gegen Hepatitis E steht derzeit kein Impfstoff zur Verfügung. Die Grundimmunisierung gegen Hepatitis A erfordert zwei Impfungen im Abstand von sechs Monaten. Die Schutzwirkung tritt schon rund zwei Wochen nach der ersten Impfung ein und hält nach derzeitigem Kenntnisstand mindestens zehn Jahre an. Ob danach eine Auffrischung nötig ist, ist noch unklar. (dh)

 

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28.06.2017 l PZ

Foto: Fotolia/bildschoenes