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Schlafstörungen: Polyphasisches Schlafen macht müde

 

Viele Menschen, zum Beispiel Internetsüchtige oder Onlinespieler, verlieren ihren Schlaf-Wach-Rhythmus und entwickeln polyphasische Schlafmuster. Im Internet werde das «polyphasic sleep hacking» als neuer Trend propagiert, berichtete Gerhard Klösch von der Universitätsklinik für Neurologie, Wien, beim Suchtforum in München. Man könne die Schlafzeit aber nicht beliebig in mehrere kurze Phasen «zerhacken». Befürworter verwiesen darauf, dass Säuglinge und Kleinkinder sowie alte Menschen mehrmals am Tag, also polyphasisch schlafen. Doch bei Erwachsenen «findet erholsamer Schlaf nachts statt». Ungenügender, auch fragmentierter Schlaf führe zu einem Mangel an Quantität, gestörter Nachtschlaf, meist Lifestyle-bedingt, mindere die Qualität, so der Psychologe. «Alles führt zur Tagesschläfrigkeit.»

 

Schlafstörungen werden infolge des veränderten Lebensstils, vermehrter Nachtarbeit und der Beliebtheit von Online-(Glücks)spielen zunehmen, prognostizierte Klösch. Experimentell gut nachgewiesen: «Gegen Tagesschläfrigkeit helfen kein Kaffee und keine Energydrinks, sondern nur Schlaf, insbesondere Tiefschlaf.» (bmg)

 

06.04.2017 l PZ

Foto: Fotolia/Photographee.eu