Säureblocker erhöhen Risiko für Magen-Darm-Infekte |

Wer Protonenpumpeninhibitoren (PPI) oder H2-Rezeptorantagonisten zur Reduktion der Magensäure einnimmt, hat ein höheres Risiko, an einer bakteriellen Gastroenteritis zu erkranken. Im Vergleich zu Personen ohne Säureblocker-Therapie steigt das Risiko für eine Campylobacter-Infektion um das 3,7-Fache an und Clostridium-difficile-Infektionen kommen 1,7-mal häufiger vor. Das ermittelten Forscher um Erstautor Li Wei von der Londoner School of Pharmacy. Sie werteten dazu aus, wie häufig 188.323 Schotten, die PPI oder H2-Antagonisten einnahmen, an bakteriellen Magen-Darm-Infektionen erkrankten und verglichen die Daten mit denen von 876.646 Kontrollpersonen ohne diese Medikation.
Mit Abstand am häufigsten kam es zu Clostridium-difficile- (15.273 Fälle) und Campylobacter- Erkrankungen (6590 Fälle), während Infektionen mit Salmonellen, Shigellen und EHEC deutlich seltener auftraten, berichten die Forscher im Fachjournal «British Journal of Clinical Pharmacology». Bei Krankenhauspatienten unter Säureblocker-Therapie war das Risiko für eine Clostridien-Infektion sogar um das 4,5-Fache erhöht. Das verwundert nicht, gilt C. difficile doch als einer der häufigsten nosokomialen Erreger. Campylobacter-Bakterien gelten als einer der häufigsten Auslöser von Lebensmittelvergiftungen und werden bei mangelnder Küchenhygiene bei der Zubereitung von Geflügel übertragen. Die Anwender von PPI und H2-Antagonisten sollten besonders sorgfältig bei der Lebensmittelhygiene sein, rät daher Seniorautor Professor Dr. Thomas MacDonald von der Universität Dundee. (dh)
DOI: 10.1111/bcp.13205
05.01.2017 l PZ
Foto: Fotolia/Kristin Gründler