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Leitlinie aktualisiert: Ohren richtig reinigen

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Die Ohren reinigen sich in der Regel selbst. Sammelt sich allerdings zu viel Ohrenschmalz an, kann das zu Ohrenschmerzen, Hörverlust, Tinnitus, Juckreiz und sogar Husten führen. Die American Academy of Otolaryngology- Head and Neck Surgery hat ihre Leitlinie zum Thema Ohrenschmalz aktualisiert. Dort geben die Experten Tipps zur richtigen Ohr-Reinigung und -Pflege.

 

Den Empfehlungen zufolge sollen die Ohren nicht zu oft gereinigt werden, denn dies könne zu Infektionen, Irritationen des Gehörgangs und einer Verdichtung des Ohrenschmalzes führen. Keinesfalls sollten sehr kleine Gegenstände ins Ohr gesteckt werden: «Alles, was in das Ohr passt, kann das Trommelfell und den Gehörgang dauerhaft schädigen», warnt Dr. Seth R. Schwartz, Leiter der US-amerikanischen Akademie, in einer Pressemeldung. Wattestäbchen, Haarnadeln oder Zahnstocher könnten das Ohr verletzen. Das Ohrenschmalz werde so auch nur nach unten und in den Gehörgang gedrückt, was weitere Probleme verursachen kann.

 

Auch von Ohrenkerzen raten die HNO-Ärzte ab: Es gebe keine Hinweise, dass diese Cerumen entfernen. Vielmehr könne die Kerze zu Schäden an Gehörgang und Trommelfell führen. Bei Symptomen wie Hörverlust oder Ohrenschmerzen sollten sich Betroffene immer an einen Arzt wenden. Starke Ohrenschmerzen, Entwässerung oder Blutungen aus dem Ohr sind meist nicht auf zu viel Ohrenschmalz zurückzuführen und sollten auf jeden Fall weiter ärztlich abgeklärt werden. Generell solle man sich bei einem HNO-Arzt informieren, wie die Ohren am besten selbst zu Hause gereinigt werden können, empfehlen die Mediziner. Denn je nach individuellen medizinischen oder anatomischen Bedingungen könnten einige Methoden ungeeignet sein.

 

Bei leichter Cerumen-Verstopfung helfe es häufig, einfach abzuwarten, heißt es in der Leitlinie. Ansonsten könne Ohrenschmalz mit einem Weichmacher oder mit warmem Wasser zu Hause entfernt werden. Das Ohr mit warmem Wasser zu spülen wird allerdings nicht für Patienten mit häufigen Ohrenentzündungen oder Loch im Trommelfell empfohlen. (va)

 

04.01.2017 l PZ

Foto: Fotolia/pathdoc