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Asthma und COPD: Wahl der Waffen variiert

 

Inhalative Anticholinergika sind bei chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) besser wirksam als bei Asthma. Darauf machte Professor Dr. Peter Ruth (Foto) von der Universität Tübingen beim Fortbildungskongress Pharmacon in Schladming aufmerksam. Bei COPD ist die Vagusaktivität erhöht, der Parasympathikus spielt also eine wichtige Rolle, so der Apotheker zur Begründung. Interessanterweise würden allerdings ältere Asthma-Patienten mehr von Anticholinergika profitieren als jüngere.

 

Wichtige Unterschiede zwischen COPD und Asthma gibt es auch hinsichtlich der Therapie mit inhalativen β2-Mimetika und Glucocorticoiden. Die β2-Sympathomimetika sind bei COPD laut dem Referenten weniger gut wirksam als bei Asthma. «Auch die inhalativen Corticoide spielen bei COPD im Vergleich zur Asthma-Therapie eine deutlich weniger wichtige Rolle», so Ruth.

 

Bei allen Unterschieden gibt es aber auch Gemeinsamkeiten: So wird das Methylxanthin Theophyllin Ruth zufolge heute bei beiden Erkrankungen nur selten eingesetzt. Dagegen könne man sowohl bei Asthma als auch bei COPD in bestimmten Fällen nicht auf orale Corticoide verzichten. (ss)

 

16.01.2017 l PZ

Foto: PZ/Alois Müller