Nahrungsergänzung: Achtung vor falschen Versprechen |

Wenn Vitaminpräparate Wunder versprechen, sollten Verbraucher misstrauisch sein. Das rät die ABDA – Bundesvereinigung deutscher Apothekerverbände. Denn Werbung für Nahrungsergänzungsmittel sei häufig unseriös und locke mit falschen Versprechungen. Sogenannte Nahrungsergänzungsmittel enthalten klassischerweise Vitamine, Mineralstoffe oder sekundäre Pflanzenstoffe, oft aber auch weitere Inhaltsstoffe. Kunden in Deutschland können diese Mittel nicht nur in Apotheken kaufen, sondern auch in Drogerien, Lebensmittelgeschäften oder über das Internet. Der ABDA zufolge ist dabei jedoch Vorsicht geboten: «Die Werbung verspricht viel, zum Beispiel Abnehmen ohne Diät und Bewegung oder die Heilung von schweren Krankheiten ohne Nebenwirkungen», sagt Thomas Benkert, Vizepräsident der Bundesapothekerkammer. «Aber wenn etwas zu gut klingt, um wahr zu sein, dann ist es oft schlicht erfunden.»
Misstrauisch werden sollten Verbraucher laut ABDA immer dann, wenn ein Produkt mit Erfolgs- oder Geld-zurück-Garantien werbe. Auch wenn ein Präparat sehr teuer ist oder gleich gegen viele verschiedene Krankheiten wirken soll, sei Skepsis angebracht. Genau wie beim Versprechen, ein Mittel wirke «besser als die Schulmedizin». Denn dies könne Patienten dazu verleiten, ihre bewährte Therapie abzusetzen oder zu ändern – möglicherweise mit schlimmen Folgen.
Was vielen Verbrauchern nicht klar ist: Das Heilmittelwerbegesetz verbietet es, ein Produkt in Deutschland mit Krankengeschichten oder dem Verweis auf wissenschaftliche Studien zu bewerben. Trotzdem gibt es immer wieder entsprechende Werbung. «Gerade wenn wissenschaftliche Studien fehlen, verweisen Geschäftemacher gerne auf Erfahrungsberichte einzelner Patienten, die aber oft erfunden sind», so die ABDA. Auch euphorische Patientenberichte in Internetforen oder -blogs könnten gefälscht sein, warnt die Apothekerorganisation.
Nahrungsergänzungsmittel sollten – wie ihr Name schon sagt – die normale Ernährung ergänzen, schreibt die ABDA. Obwohl diese Produkte oft als Tabletten angeboten werden, seien sie keine Arzneimittel und nicht dazu bestimmt, Krankheiten zu heilen oder zu verhüten. Richtige Arzneimittel müssen ein Zulassungsverfahren durchlaufen – Nahrungsergänzungsmittel nicht. Deshalb ist nur auf der Packung von echten Arzneimitteln eine Zulassungsnummer (Zul.-Nr.) aufgedruckt. Wisse ein Patient nicht, wie seriös ein Präparat sei, könne er sich an eine Apotheke wenden, rät Benkert: «Apotheker informieren kompetent und unabhängig darüber, woran Schwindelprodukte erkennbar sind und welche Präparate wirklich helfen.» (ap)
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21.11.2016 l PZ
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