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Chroniker-Versorgung: Die Apotheke am Ort wird gebraucht

 

Während wirtschaftsliberale Redaktionen den Fall der Rx-Preisbindung bejubeln, machen sich diejenigen, die auf die Angebote öffentlicher Apotheken angewiesen sind, ernsthafte Sorgen darüber, ob das EuGH-Urteil die flächendeckende Versorgung durch Apotheken ausdünnen und damit gefährden könne. Boni sind diesen Menschen deutlich weniger wichtig, als die Sicherheit, von kompetenten Ärzten und Apothekern betreut zu werden.

 

In einem Kommentar zum EuGH-Urteil macht Ursula Breitbach, NRW-Landesvorstand der Deutschen Diabetes-Hilfe, deutlich, wie sehr chronisch Kranke auf eine lokale Versorgung angewiesen sind. Weil das Zeitbudget der Ärzte pro Patient immer kleiner werde, würden Apotheker für chronisch Kranke Menschen immer wichtiger. Breitbach: «Der Apotheker und sein Team sind verlässliche Ansprechpartner für Patienten und deren Sorgen.» Dies gelte besonders bei Fragen über die richtige Ernährung, beim Umgang mit Hilfsmitteln und der Arzneimitteltherapiesicherheit. Verordne der Arzt dem Patienten ein neues Medikament, könne der Apotheker erkennen, ob sich dieses Medikament mit der bereits bestehenden Medikation vertrage. Wichtig ist für Breitbach auch die Notfallversorgung durch Apotheken. Heute sei diese gewährleistet. Wenn das EuGH-Urteil zu einem ruinösen Preiskampf führe, dann sei die Notfallversorgung in Gefahr, schreibt Breitbach. Für sie steht deshalb fest: «Wir brauchen dieses Urteil nicht. Wir brauchen die Apotheke vor Ort.» (dr)

 

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04.11.2016 l PZ

Foto: ABDA