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Darm-Mikrobiom bei Durchfall und Verstopfung gestört

Verdauungsprobleme sind auch nach den Erkenntnissen der Mikrobiom-Forschung keinesfalls Bagatellprobleme. Das betonte Professor Dr. Theo Dingermann von der Universität Frankfurt am Main bei einem Vortrag in der Pharmaworld.

 

«Verstopfung und Durchfall müssen ernst genommen und in Ordnung gebracht werden.» Ein nicht regulärer Stuhlgang deute auf eine nicht optimale Mikrobenzusammensetzung im Darm hin. Daher könne die Stuhlkonsistenz ein Anhaltspunkt für das Ausmaß einer Mikrobiotastörung sein. Wie Dingermann ausführte, werden nach der Bristol-Stuhlformen-Skala sieben unterschiedliche Konsistenz-Typen unterschieden. Nur die Typen 3 und 4 gelten als normaler Stuhlgang. Die Typen 1 und 2 sind mit Verstopfung assoziiert, die Typen 5 bis 7 mit Durchfall.

 

Drei Enterotypen lassen sich unterscheiden. Einer wird durch Bacteroides-, einer durch Prevotella- und einer durch Ruminococcus-Arten dominiert. «Welche Zusammensetzung optimal ist und was ein gutes und was ein schlechtes Mikrobiom ist, kann man heute noch nicht sagen», sagte Dingermann. Klar sei aber, dass es ein gesundes und ein krankes Mikrobiom im Darm gebe und dass dieses individuell sehr unterschiedlich sei. (ss)

 

14.10.2016 l PZ

Foto: Fotolia/Sebastian Kaulitzki