Stress erhöht Brustkrebsrisiko nicht |

Nach einer Brustkrebsdiagnose stellen sich Betroffene oft die Frage, ob Stress oder belastende Lebensumstände der Grund für ihre Erkrankung sind. Dass hierbei kein Zusammenhang besteht, berichtet nun das Team um Dr. Minouk J. Schoemaker und Professor Dr. Anthony Swerdlow im Fachjournal «Breast Cancer Research».
Seit 2003 beobachten die Wissenschaftler in der «Breakthrough Generations Study» über 113.000 Frauen, um die Ätiologie von Brustkrebs besser zu verstehen. In dieser prospektiven Kohortenstudie werden Frauen regelmäßig sowohl zu Stress als auch zu einschneidenden Lebensereignissen wie Tod, Scheidung oder Arbeitslosigkeit befragt. Gleichzeitig werden Informationen zu weiteren potenziellen Risikofaktoren und neu diagnostiziertem Brustkrebserkrankungen detailliert erhoben, um so eine mögliche Korrelation festzustellen.
Von 2003 bis 2012 wurde in der Studie bei 1783 (1,7 Prozent) von insgesamt 106.612 Frauen Brustkrebs diagnostiziert. Die Beobachtungsdauer betrug durchschnittlich 6,1 Jahre. Unter Berücksichtigung aller weiteren Risikofaktoren wie zum Beispiel Übergewicht, Alkoholkonsum und positive Familienanamnese lautet das Fazit: Es gibt insgesamt keinen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen dem Brustkrebsrisiko und dem Stressausmaß oder belastenden Lebensereignissen. Lediglich nach Scheidung oder Trennung konnte ein erhöhtes Risiko für Estrogenrezeptor-negativen Brustkrebs beobachtet werden – doch beruht dieses Ergebnis auf nur 25 Fällen und ist grenzwertig signifikant. Auch das Risiko für Frauen, deren Mütter vor dem 20. Lebensjahr verstarben, war zunächst signifikant erhöht, nach Ausschluss von Ovarial- und Mammakarzinom als Todesursache verschwand der Unterschied jedoch. Deshalb scheint nicht der Stress, sondern die positive Familienanamnese hierfür verantwortlich zu sein.
Durchschnittlich erkrankt eine von acht Frauen an Brustkrebs. Umso entscheidender ist es, die Krankheitsursachen zu verstehen, um so das Erkrankungsrisiko senken zu können. Stress ist in der heutigen Zeit weit verbreitet, doch legen die Daten der Studie nahe, dass zumindest das Brustkrebsrisiko hiervon nicht erhöht wird. Da die Studie auf 40 Jahre angelegt ist, werden die Forscher die Auswertung in Zukunft mit noch größeren Fallzahlen wiederholen können. (cg)
DOI: 10.1186/s13058-016-0733-1
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16.08.2016 l PZ
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