Impfung: Empfehlungen gegen Stress und Schmerzen |

In ihren aktualisierten Empfehlungen gibt die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut (STIKO) erstmals auch Hinweise, wie Schmerz- und Stressreaktionen beim Impfen verringert werden können. Diese können bei jeder Impfung und in jedem Alter auftreten. Die Sorge davor kann die Einstellung gegenüber dem Arztbesuch, dem Impfen und die Akzeptanz von Impfungen ein Leben lang beeinträchtigen, heißt es in einer Mitteilung der Kommission.
Die STIKO will dem entgegenwirken und gibt im «Epidemiologischen Bulletin» 34/2016 erstmals generelle Handlungsempfehlungen für impfendes medizinisches Personal. Dieses sollte beim Immunisieren eine ruhige Ausstrahlung haben, sachkundig sein und auf seine Wortwahl achten, um nicht versehentlich Ängste zu wecken. Zu vermeiden sind unehrliche Phrasen wie: «Das tut überhaupt nicht weh.»
Zur Schmerzreduktion können laut STIKO Eissprays verwendet werden. In Einzelfällen können bei Kindern Lidocain-haltige Schmerzpflaster oder Cremes unter Okklusionsverband benutzt werden, um die Schmerzen an der Injektionsstelle zu reduzieren. Auch bei Jugendlichen und Erwachsenen mit ausgeprägter Angst vor Spritzen kann diese Maßnahme hilfreich sein. Dabei sei die Mindesteinwirkzeit von 30 bis 60 Minuten zu berücksichtigen. Die Kosten des Pflasters muss die zu impfende Personen beziehungsweise deren Eltern selbst tragen.
Im Neugeborenenalter wirke auch das Nuckeln an einem Schnuller und das Stillen schmerzreduzierend. Gestillte Säuglinge können während des Impfens angelegt werden, empfiehlt die STIKO. Ältere Kinder könnten eine Glukoselösung oder eine andere süße Flüssigkeit erhalten. Hilfreich ist es, wenn Kleinkinder während der Impfung auf dem Arm oder dem Schoß der Eltern gehalten werden. Werden mehrere Impfungen am selben Tag verabreicht, sollte die schmerzhafteste als letztes injiziert werden. Besonders schmerzhaft können die Injektionen der Pneumokokken- und Masern-Mumps-Röteln-Impfung (MMR) sein.
Nicht zu empfehlen ist laut STIKO, den Impfstoff vor Applikation zu erwärmen oder die Injektionsstelle manuell zu stimulieren, etwa durch Reiben oder Kneifen. Auch eine orale Analgetika-Gabe vor oder während der Impfung wird nicht empfohlen. (ch)
29.08.2016 l PZ
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