Kopfschmerzen: «Red flags» erkennen |

Kopfschmerzen können akut lebensbedrohlich sein. Die Warnzeichen («red flags») müssten Arzt und Apotheker beim Erstkontakt mit dem Patienten erkennen, sagte Holger Kaube (Foto), Neurologe am Zentrum für Schmerzmedizin München, beim Pharmacon in Meran. «Alle schlagartig einsetzenden und alle progredient verlaufenden Kopfschmerzen müssen sofort abgeklärt werden», gab der Experte den Apothekern mit auf den Weg. Dies gelte natürlich auch, wenn Lähmungen oder Sehstörungen auftreten.
So kann explosionsartig entstehender und sich ausbreitender Kopfschmerz auf eine Subarachnoidalblutung hinweisen. Später können Meningismus (Nackensteife, Lichtüberempfindlichkeit) und Bewusstseinsstörung hinzukommen. «Das muss notfallmäßig abgeklärt werden.» Ein Fall für den Notarzt ist auch neuer progredienter Kopfschmerz, der therapieresistent ist und täglich schlimmer wird. Hier könnte eine Sinusvenenthrombose vorliegen.
Bei Menschen über 50 Jahren kann stirnbetonter progredienter Schmerz auf eine Arteriitis temporalis hindeuten. Der Patient muss umgehend in die hausärztliche Sofortversorgung oder Notaufnahme, denn es droht plötzliche Erblindung. Starker Kopfschmerz mit schwerem Krankheitsgefühl, hohem Fieber und Bewusstseinsstörung kann eine Meningitis anzeigen. (bmg)
23.05.2016 l PZ
Foto: PZ/Alois Müller