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Report: Neue Pillen-Generation riskanter als Vorgänger

 

Neuere Antibabypillen bergen im Vergleich zu ihren Vorgängern häufig ein wesentlich größeres Thrombose-Risiko. Zu diesem Ergebnis kommt ein heute in Berlin veröffentlichter «Pillenreport», den die Techniker Krankenkasse (TK) zusammen mit der Universität Bremen erstellt hat.

 

Hormonelle Mittel mit Levonorgestrel, die zur zweiten und damit älteren Pillen-Generation gezählt werden, verhüten laut dem Report genauso sicher wie neuere Präparate der dritten und vierten Generation. Letztere wurden den Angaben zufolge gezielt weiterentwickelt, um etwa für eine reinere Haut zu sorgen oder Schmerzen während der Periode zu lindern, was vor allem auch für junge Frauen interessant sein könnte. Die Ergebnisse basieren unter anderem auf Informationen der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA und des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Auch verschiedene Fachartikel wurden ausgewertet.

 

Das BfArM, dessen Daten auch in dem Report berücksichtigt werden, hat nach eigenen Angaben zuletzt 2013 zusammen mit den anderen europäischen Behörden neuere Studien und Daten zu den Risiken von kombinierten oralen Kontrazeptiva (KOK) untersucht. Daraus ging hervor, dass der Nutzen bei allen zugelassenen neueren Pillen zwar die Risiken überwiegt. Bei den Drospirenon-haltigen Mitteln der neueren Generation ist das Risiko für einen bestimmten Venenverschluss, die venöse Thromboembolie, demnach aber mit neun bis zwölf Anwenderinnen pro 10.000 Frauen erhöht. Dem gegenüber stehen fünf bis sieben Patientinnen pro 10.000 Frauen bei älteren Mitteln.

 

«Ärzte sollten besonders ausführlich über Risiken aufklären, wenn junge Erstanwenderinnen aus kosmetischen Gründen nach bestimmten KOK fragen», erklärte ein BfArM-Sprecher. «In diesen Fällen muss die ärztliche Beratung auch darauf abzielen, dass Verhütungspillen keine Lifestyle-Produkte sind, sondern Arzneimittel, die mit Risiken verbunden sein können.»

 

09.10.2015 l dpa

Foto: Fotolia/lydiakrumpholz