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Motivation: So gelingt Verhaltensänderung

 

Rauchstopp, Abnehmen, mehr Bewegung: Apothekenkunden zu einer Verhaltensänderung zu motivieren, ist schwer. «Eine dauerhaft erfolgreiche, gesundheitsfördernde Verhaltensänderung kann nur an der intrinsischen Motivation ansetzen», sagte die Kommunikationsexpertin Cornelia Tromm beim WIPIG-Qualitätszirkel «Prävention und Gesundheitsförderung» in Heimstetten bei München. Um die eigene innere Motivation des Kunden zu stärken, müsse man sich auf ihn einlassen und ihm zuhören.

 

Es gebe viele individuelle Gründe für ein Verhalten, erklärte Tromm am Beispiel des Rauchens. Der Apotheker solle sich die Pro-Argumente des Kunden empathisch anhören und nicht bewerten. «Dann kommt eventuell auch ein Gespräch über die Kontras zustande.» Nur im Dialog könne der Berater erfahren, warum der Kunde überhaupt über eine Verhaltensänderung nachdenkt, und diese Eigenmotivation stärken. Die Kommunikationstrainerin nannte drei Voraussetzungen, damit dies gelingen kann. Zunächst müsse der Kunde motivierbar sein, was zum Beispiel bei psychisch instabilen oder dementen Menschen meist nicht möglich sei. Sodann müsse das Ziel «eindeutig und reizvoll» sein. Für viele Frauen ist es zum Beispiel ein Ansporn, wenn sich durch den Zigarettenverzicht Hautunreinheiten oder Atemprobleme beim Sport bessern. Ein starker Hebel für Verhaltensänderungen sei auch der Kinderwunsch, sagte Tromm zu den Apothekern. Und schließlich: «Sie selbst müssen motiviert sein.» Die Eigenmotivation des Beraters spiele eine ganz große Rolle. (bmg)

 

07.10.2015 l PZ

Foto: Fotolia/Dan Race (Symbolbild)