Gehaltstarif-Vertrag: Adexa kritisiert Verzögerungstaktik |

Bis es zu weiteren Gesprächen für einen neuen Gehaltstarifvertrag kommt, müssen sich die Apothekenangestellten noch gedulden. Nach Angaben der Apothekengewerkschaft Adexa hat die Arbeitgeberseite einen Terminvorschlag der Gewerkschaft für Ende September abgelehnt. Demnach will der Arbeitgeberverband Deutscher Apotheken (ADA) zunächst die Ergebnisse einer schriftlichen Mitgliederbefragung diskutieren. Dies soll auf einer Mitgliederversammlung Ende Oktober geschehen.
«Die ADA spielt auf Zeit – und das nicht zu ersten Mal», kritisierte Adexas zweite Vorsitzende Tanja Kratt. Damit verzögere sich ein Neubeschluss des zum 1. Juni 2015 gekündigten Gehaltstarifvertrags weiter zulasten von Mitarbeitern und Berufsnachwuchs, heißt es in einer Mitteilung der Gewerkschaft. Die Leiterin der Adexa-Tarifkommission vermisst demnach Vorschläge der Arbeitgeber, wie man in der augenblicklichen Lage die Arbeit der Mitarbeiter besser vergüten kann: «Wenn man meint, wenig zu verteilen zu haben, braucht man eben etwas mehr Ideen, etwas mehr Kreativität, um seinen Mitarbeitern trotzdem ein attraktives Angebot machen zu können», so Klatt. Dass der ADA hier überhaupt keine Signale setze, sei das wirkliche Armutszeugnis.
Natürlich sehe auch die Gewerkschaft, dass die Politik die Apothekenhonorierung seit Einführung der Notdienstpauschale nicht weiter erhöht hat. Das Plus bei den Gehältern von einem Plus beim Apothekenhonorar abhängig zu machen, halten die Gewerkschafter allerdings für ein «leeres Versprechen».
Der ADA will nach eigenen Angaben am 29. Oktober auf der Mitgliederversammlung über das weitere Vorgehen beraten. «Wir wollen die Angestellten nicht im Regen stehen lassen», sagte der ADA-Vorsitzende Theo Hasse der PZ. In den im April begonnen Tarifgesprächen hat der ADA demnach bislang von seinen Mitgliedern kein Verhandlungsmandat für eine Gehaltserhöhung erhalten. Zuletzt hatte der Arbeitgeberverband auf die Unwilligkeit der Politik verwiesen, die Leistungen der Apotheker besser zu honorieren und damit auch den Mitarbeitern einen besseren Lohn zukommen zu lassen. (et)
25.09.2015 l PZ
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