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Chronische Obstipation: Prucaloprid jetzt auch für Männer

Nicht nur Frauen, auch Männer mit Verstopfung können künftig mit Prucaloprid (Resolor® von Shire) behandelt werden. Die EU-Kommission hat den 5-HT4-Rezeptor-Agonist vor Kurzem von zur Behandlung von erwachsenen männlichen Patienten mit chronischer Obstipation zugelassen, bei denen mit Laxantien kein ausreichender Therapieerfolg erzielt werden konnte. Frauen können in der EU schon seit 2010 mit dem Arzneimittel behandelt werden.

Die Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit von Prucaloprid bei männlichen Patienten mit chronischer Verstopfung wurden in einer zwölfwöchigen, multizentrischen, randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie mit 370 Teilnehmern untersucht. Bei 37,9 Prozent der Patienten, die das Medikament bekamen, normalisierte sich die Darmfunktion, in der Placebogruppe waren es nur 17,7 Prozent.

Das Sicherheitsprofil unterschied sich prinzipiell nicht von dem, das in Studien bei weiblichen Patienten gesehen wurde. Als häufigste unerwünschte Wirkungen traten Kopfschmerzen, Übelkeit, Durchfall und Bauchschmerzen auf sowie verminderter Appetit, Übelkeit, Erbrechen, Dyspepsie, Flatulenz, anormale Magen-Darm-Geräusche und Ermüdung.

Prucaloprid darf nicht eingesetzt werden bei Dialyse-pflichtiger Niereninsuffizienz, Darmperforation oder Obstruktion infolge einer strukturellen oder funktionellen Erkrankung der Darmwand, obstruktivem Ileus, schweren entzündlichen Zuständen im Bereich des Darmtraktes wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa sowie bei toxischem Megakolon oder Megarektum.

 

Anders als Laxanzien löst Prucaloprid durch Stimulierung der 5-HT4-Rezeptoren in den Darmwandnerven im Dickdarm einen physiologischen peristaltischen Reflex aus. Es kommt zu einer beschleunigten Darmpassage, die Weiterleitung des Darminhalts im Dickdarm wird gefördert und dessen Entleerung verbessert. (rt)

 

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Wirkstoffprofil Prucaloprid|Resolor®|56|2010 in unserer Datenbank Neue Arzneistoffe

 

08.06.2015 l PZ

Foto: Fotolia/somenski