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Bionorica: THC als Fertigarzneimittel

 

Der Neumarkter  Phytopharmaka-Hersteller Bionorica will noch in diesem Jahr ein Dronabinol-Fertigarzneimittel auf den Markt bringen. Der Zulassungsantrag für das Präparat sei bereits beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte gestellt worden, sagte Firmenchef Popp bei einer Pressekonferenz in Düsseldorf. Bislang gibt es Dronabinol nur als Rezepturarzneimittel. Der Wirkstoff wird laut Popp aus Medizinalhanf gewonnen. Mittelfristig soll das Präparat einen nennenswerten Beitrag zum Umsatz des Unternehmens beitragen.

 

Insgesamt ist Bionorica mit dem Jahr 2014 nur mäßig zufrieden. Die Ukrainekrise und der Verfall des Rubels haben die Gewinne des Unternehmens gedrückt. Wegen des Währungsverfalls in Russland habe man die Preise der Präparate deutlich gesenkt, sagte Popp. Damit ist es Bionorica gelungen, den Absatz stabil zu halten. Ohne die Krise in Osteuropa wäre die Bilanz deutlich besser ausgefallen.

 

Beim Absatz legte das Unternehmen in fast allen Märkten zu – auch in Russland. Mit einem Absatzplus von 11,2 Prozent gelang dort sogar ein Absatzrekord, allerdings auf Kosten des Gewinns. Aus diesem Grund und der extrem schwachen Erkältungswelle im Vorjahr sank der Umsatz des Unternehmens im Jahr 2014 im Vergleich zu 2003 von 234 Millionen Euro auf 232 Millionen Euro. Ohne den Währungsverfall in Russland hätte Bionorica laut Popp das avisierte Wachstum um 12 Prozent erreicht.

 

Trotz fehlender Erkältungswelle lief das Geschäft in Deutschland ordentlich. Mit einem Marktanteil von 13 Prozent bleiben die Neumarkter Marktführer. In einigen Indikationen ist Bionorica Marktführer, zum Beispiel mit Sinupret extract und Canephron.

 

Zum weiteren Wachstum sollen auch neue Phytotheken und neue Präparate beitragen, sagt Popp. Am Ende des vergangenen Jahres gab es 753 Apotheken mit einer Phytothek zur Präsentation pflanzlicher Arzneimittel. In diesem Jahr sollen 200 Phytotheken dazukommen.

 

09.03.2015 l PZ

Foto: PZ/Archiv