Vorapaxar: Neuer Thrombin-Rezeptorantagonist zugelassen |

Die EU-Kommission hat dem US-Pharmaunternehmen MSD die Zulassung für einen Thrombozyten-Aggregations-Hemmer mit neuem Wirkprinzip erteilt. Vorapaxar (Zontivity®) ist ein Antagonist des Protease-aktivierten Rezeptor-1 (PAR-1), den Thrombozyten auf ihrer Oberfläche exprimieren. Agonist des PAR-1 ist Thrombin. Somit wirkt Vorapaxar als direkter Gegenspieler und hemmt die Thrombin-induzierte Aggregation von Blutplättchen.
Zugelassen ist Vorapaxar nun in der EU für erwachsene Patienten mit Herzinfarkt in der Vorgeschichte, um weitere atherothrombotische Ereignisse zu verhindern. Das Arzneimittel muss mit Acetylsalicylsäure kombiniert werden, eine zusätzliche Gabe von Clopidogrel, falls erforderlich, ist möglich. An der Zulassungsstudie TRA 2°P TIMI 50 nahmen rund 26.500 Patienten teil, die im Jahr zuvor einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten hatten oder an einer symptomatischen peripheren arteriellen Verschlusskrankheit litten. Dabei reduzierte die zusätzliche Gabe von Vorapaxar zur Standardbehandlung das Herzinfarktrisiko um 20 Prozent (5,4 Prozent der Probanden unter Verum versus 6,4 Prozent unter Standardbehandlung plus Placebo).
Wie andere Arzneimittel, die in das Blutungsgeschehen eingreifen, erhöht die Einnahme von Vorapaxar das Blutungsrisiko, einschließlich von Hirnblutungen und schwerer Blutungen mit Todesfolge. Ein Antidot steht nicht zur Verfügung. Vorapaxar ist kontraindiziert für Patienten, die bereits einen Schlaganfall, eine transiente ischämische Attacke (TIA) oder Hirnblutung hatten, da hier das Blutungsrisiko zu groß ist, sowie bei schwerer Leberfunktionsstörung. (dh)
Mehr zum Thema Herz-Kreislauf
02.02.2015 l PZ
Foto: Fotolia/psdesign1